Coronapandemie

Handel warnt vor längerem Lockdown ohne Perspektive

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat vor einer erneuten Verlängerung des Lockdowns ohne Öffnungsperspektive für den Handel gewarnt. In einem Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) drang HDE-Präsident Josef Sanktjohanser auf eine klare Aussage von Bund und Ländern.

02.02.2021

© Rupert Oberhauser / Imago Images

Der Lockdown stellt Händler vor große Schwierigkeiten.

Es müsse klargestellt werden, "unter welchen Voraussetzungen basierend auf realistischen und fundierten Indikatoren der Einzelhandel wieder öffnen kann", forderte Sanktjohanser in dem Schreiben. Der HDE reagierte mit dem Brief auf Äußerungen Altmaiers, der nicht ausgeschlossen hatte, das der aktuelle Lockdown wegen der neuen Mutationen des Coronavirus möglicherweise selbst bei einem Inzidenzwert von unter 50 noch einmal über den 14. Februar hinaus verlängert werden könnte.

Diese Äußerungen des CDU-Politikers hätten die Kaufleute "weiter tief verunsichert und deren Existenzsorgen dramatisch verstärkt", schrieb Sanktjohanser. Schon der gegenwärtige Lockdown werde für Tausende von Einzelhandelsunternehmen in den Innenstädten und besonders im Modehandel das Aus bedeuten.

Der HDE-Präsident plädierte dafür, dem Handel möglichst rasch die schrittweise Rückkehr zu einem geordneten Geschäftsbetrieb zu ermöglichen. "Dies ist umso notwendiger, je länger der pauschale Lockdown andauert und sich die eklatanten Wettbewerbsverzerrungen zwischen stationärem und Online-Handel sowie innerhalb des Handels mit gemischten Sortimenten zunehmend verschärfen", schrieb Sanktjohanser. Das Fahren auf Sicht der vergangenen Monate müsse dringend durch ein auch mittel- und langfristig tragfähiges Konzept ersetzt werden.

Wirtschaftsgipfel gefordert

Der HDE-Präsident sprach sich in dem Brief an Altmaier dafür aus, kurzfristig einen Wirtschaftsgipfel zu organisieren, an dem nach den Vorstellungen des HDE auch die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft und die Verbände der besonders von Corona betroffenen Branchen teilnehmen sollten. Dort könne dann nicht nur über die Öffnungsperspektiven für den Handel gesprochen, sondern auch mehr Klarheit und Verbindlichkeit beim Thema Wirtschaftshilfen erreicht werden.

Der derzeitigen Beschränkungen mit bundesweiter Schließung eines Großteils des Einzelhandels gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst bis zum 14. Februar.

Schlagworte: Coronakrise, Coronavirus, Lockdown

Kommentare

  • Andrea Klink

    Ich bin sehr wütend und enttäuscht. Müller Rossmann &Co dürfen alles verkaufen, es wird Werbung gefahren, als ob kein Corona gäbe. Die Parkplätze von Handelshof platzen aus alle Nähte, hier kontrolliert keine, wieviel Leute im Laden sind. Mein Antrag auf die Überbrückungshilfe II. ist zwischen Bund und Land verloren gegangen. Wenn man Auskunft bekommen möchte, hört man sofort Bandansage. Durch ein Zufall ist und gelungen zu erfahren, dass wir wahrscheinlich in die Röhre gucken werden. Wenn ich höre, wieviel Milliarden Euro Unterstützung die Unternehmen bekommen, möchte ich gern wissen, wer das bekommt. Keine von meiner Bekanntenkreis hat bisher etwas erhalten. Hauptsache wir retten Karstadt und TUI.-die waren schon früher angeschlagen und insolvent-. Bosch und Daimler bekommt auch Hilfe, damit man Rekordgewinne einfahren kann. Dass die kleine Leute nicht wichtig sind, hat man schon immer vermutet, aber dass es so offensichtlich vor den Augen geführt wird, ist ein Skandal.
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    06.02.2021, 14:15 Uhr
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