Anzeige

Handel und Bauernverband wollen "Neuanfang" nach Preis-Streit

02.03.2021

Nach monatelangem Streit um erheblichen Preisdruck bei Lebensmitteln gehen der Handel und der Bauernverband aufeinander zu. Ziel ist eine grundlegende Verbesserung der Zusammenarbeit in der Lieferkette, wie Bauernverband, Handelsverband Deutschland und Raiffeisenverband am Dienstag mitteilten. Vorgesehen ist eine "Koordinationszentrale" als gemeinsame Stelle, um Konflikte zu erörtern und auf neutraler Ebene zu lösen.

Zusammen erarbeitet werden soll nun auch ein freiwilliger gemeinsamer "Lebensmittelkodex", der Verhaltensregeln und Prozesse zur Streitbeilegung festlegen soll. Handelspräsident Josef Sanktjohanser sprach von einem "Neuanfang nach den immer wieder auftretenden Eskalationen zwischen Landwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel." Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die landwirtschaftlichen Betriebe bräuchten dringend eine Perspektive für bessere Marktbedingungen und für eine angemessene Honorierung hoher Standards bei Erzeugnissen. Zwischen Bauernvertretern und den großen Supermarktketten war zuletzt Streit um andauernde Billigpreise hochgekocht - auch mit Protestaktionen an Zentrallagern des Handels.

"Initiative Tierwohl" als Vorbild

Im Blick stehen sollen demnach zunächst Frischeartikel wie Milch, Fleisch, Eier, Geflügel, Obst und Gemüse. Gemeinsame Effizienzgewinne sollten allen Teilnehmern der Kette und insbesondere den Landwirten zugutekommen. Es gehe um besseren Dialog und darum, eine Verhärtung der Fronten zu vermeiden. Angegangen werden sollen auch aktuelle und erwartbare Brennpunkte - etwa Herkunfts- und Haltungskennzeichnung von Fleisch, Regionalisierung, Nachhaltigkeit und Klimawandel.

Vorbild der neuen Kooperation soll etwa auch die gemeinsam getragene "Initiative Tierwohl" sein, bei der freiwillig teilnehmende Bauern für höhere Standards vom Einzelhandel honoriert werden. Hier sei es gelungen, unternehmensübergreifend und mit allen Beteiligten in der Kette Konzepte umzusetzen und im Prozess erkennbare Konflikte in der Sache konstruktiv zu lösen.

Zur News-Übersicht geht es hier.

Zum Weiterlesen

Coronapandemie

Wie Click-and-Meet-Angebote bei Verbrauchern ankommen

Der neue Corona Consumer Check des IFH Köln analysiert die Kundenakzeptanz von Click-and-Collect- und Click-and-Meet-Angeboten und belegt: Terminshopping wird noch wenig genutzt. Stetiger Gewinner der Krise bleibt der Onlinekanal mit einem neuen Rekordwert.

HDE-Konsumbarometer

Warum sich die Verbraucherstimmung weiter aufhellt

Die Verbraucherstimmung bleibt auch im April im Aufwärtstrend. Das zeigt das aktuelle HDE-Konsumbarometer. Der Index steigt den zweiten Monat in Folge an und erreicht damit fast das Niveau von vor einem Jahr, als die Pandemie ihren Anfang nahm.

Coronapandemie

Was Verbraucher nach der Krise vom Innenstadthandel erwarten

Nach einer Aufhebung des Lockdowns wollen viele Verbraucher die Stadtzentren nicht mehr nur zum Shoppen aufsuchen, sondern sie zum Beispiel häufiger als Treffpunkt nutzen. Doch die Bedeutung des Innenstadthandels bleibt hoch, die Erwartungen der Kunden steigen sogar noch.

Der Markt

Frische Luft und freier Himmel

Der Markt als Ort des Handels und der persönlichen Begegnung ist über Jahrhunderte das Herz fast jeder Stadt. Doch die sich ändernden Trends beim Einkaufen verändern auch die Rolle der Marktplätze.

Alternative Antriebe

Ausgebremst

Die Bundesregierung nimmt den Handel bei der Mobilitätswende in die Pflicht. Teils fehle jedoch die nötige Technik, teils hemmten unnötig komplexe Regeln den Fortschritt, beklagt der Handelsverband Deutschland (HDE).