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HDE-Jahrespressekonferenz

Handel rechnet 2021 mit leichtem Umsatzwachstum

Der Einzelhandelsumsatz wächst in diesem Jahr nominal um 1,5 Prozent – wenn die Inzidenzen niedrig bleiben. Laut Händlerumfrage des HDE hellt sich das Stimmungsbild der Branche auf.

Von Ralf Kalscheur 14.07.2021

© NurPhoto / Imago Images

Der stationäre Handel muss im laufenden Jahr Umsatzeinbußen hinnehmen, so die Einschätzung des HDE.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht in diesem Jahr für den gesamten Handel von einem nominalen Umsatzwachstum um 1,5 Prozent auf gut 586 Milliarden Euro aus. „Preisbereinigt rechnen wir mit einer Umsatzentwicklung um die Nulllinie“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bei der Jahrespressekonferenz des HDE.

Die Wachstumsrate sei jedoch keine Prognose, sondern basiere auf der Annahme, dass es keine weiteren Lockdowns gebe und die Coronazahlen weiterhin niedrig blieben. In diesem mittleren von drei Umsatzszenarien für den weiteren Jahresverlauf 2021 büßt der stationäre Einzelhandel 1,1 Prozent seiner Erlöse ein – der stationäre Nonfood-Handel allein landet dabei bei einem Minus von 4,2 Prozent. Der Lebensmittelhandel hingegen kann um 3,1 Prozent zulegen.

Im Ideal-Szenario geht der HDE von einem Umsatzwachstum in Höhe von 2,2 Prozent aus. Kommt es hingegen zu einer Erhöhung der Infektionszahlen ohne Lockdown, weist das untere der drei Szenarien ein Umsatzminus von 0,7 Prozent für 2021 aus. Genth warnte davor, durch Aufhebung der Maskenpflicht wie in Sachsen einen neuen Lockdown zu riskieren. „Die Maskenpflicht hat sich als einfaches Mittel zur Eindämmung der Pandemie bewährt. Vorschnelles Handeln bei Lockerungen erscheint daher nicht angezeigt.“

Verbessertes Stimmungsbild

Wachstumstreiber bleibt der Onlinehandel: Angesichts eines Umsatzsprungs von rund 30 Prozent von Januar bis April dieses Jahres hebt der HDE seine Prognose für dieses Segment auf ein Umsatzplus von knapp 20 Prozent (vorher plus 17 Prozent) auf insgesamt mehr als 87 Milliarden Euro an. Eine Umfrage des HDE unter 650 Handelsunternehmen aller Standorte, Größenklassen und Branchen ergab, dass lediglich 22 Prozent der Händler ihre aktuelle Geschäftslage in den Monaten Juni und Juli als schlecht einschätzen.

„Das Ergebnis signalisiert ein leichtes Aufatmen im Handel, denn die Menschen möchten konsumieren und tun das auch. Allerdings ist der Einzelhandel noch lange nicht durch die Krise“, betonte Genth. 56 Prozent der Unternehmen insgesamt berichteten von gesunkenen Umsätzen im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; der Innenstadthandel liegt gar bei minus 73 Prozent und der Bekleidungshandel bei minus 76 Prozent. Mehr als die Hälfte der Innenstadthändler (55 Prozent) und 60 Prozent der Modehändler rechnet für das laufende Jahr mit Umsätzen unter Vorjahr.

Dennoch ist das „Stimmungsbild deutlich besser und es herrscht verhaltener Optimismus“ im Einzelhandel, so Genth. 44 Prozent der Händler erwarten im zweiten Halbjahr 2021 eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr, nur 17 Prozent rechnen mit sinkenden Erlösen. Fast die Hälfte der Textilhändler ist guter Hoffnung, in den kommenden Monaten höhere Umsätze zu erzielen.

Schlagworte: Jahrespressekonferenz HDE, Coronakrise

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