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Handel: Lockdown bringt Umsatzverlust von 40 Milliarden Euro in diesem Jahr

11.05.2021

Die von den Lockdowns und Geschäftsschließungen betroffenen Branchen im Nicht-Lebensmittelhandel verlieren in den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit bis zu 40 Milliarden Euro Umsatz. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter knapp mehr als 1000 Händlern. Mehr als die Hälfte der Bekleidungshändler sieht sich ohne weitere staatliche Hilfen im Jahresverlauf in Existenzgefahr. Der HDE fordert angesichts der dramatischen Zahlen weiterhin Anpassungen und mehr Tempo bei den staatlichen Coronahilfen.

Für den vom Lockdown betroffenen Handel sei 2021 bis jetzt ein katastrophales Jahr, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Die Umsätze liegen in den betroffenen Branchen bis Ende Mai voraussichtlich im Durchschnitt um rund 60 Prozent unter dem Vorkrisenniveau“, erklärt er. Das entspricht nach HDE-Berechnungen einem Minus von bis zu 40 Milliarden Euro im Vergleich zum Vor-Krisenjahr 2019. Dementsprechend schlecht fällt auch die aktuelle HDE-Umfrage für die vergangene Woche aus. So sehen sich im Bekleidungshandel für dieses Jahr ohne weitere staatliche Hilfen 53 Prozent der Händler in Existenzgefahr, im Schuh- und Lederwarenhandel sind es sogar knapp 60 Prozent.

Öffnungen mit Testpflicht oder Terminvereinbarung sind demnach für viele Geschäfte nicht wirtschaftlich. Die Händler, die mit Testpflicht geöffnet haben, geben in der HDE-Umfrage im Durchschnitt Umsatzverluste von beinahe 60 Prozent an, beim Shoppen mit Terminvereinbarung liegen die Verluste bei knapp 50 Prozent. Und auch das Shoppen mit Begrenzung der Kundenzahl bringt den befragten Händlern mehr als ein Drittel weniger Umsatz als vor der Krise.

Nachbesserungen bei Coronahilfen gefordert

„Die Lage im Nicht-Lebensmittelhandel ist vielerorts alarmierend schlecht. Deshalb müssen die Coronahilfen jetzt schnellstmöglich komplett ausgezahlt werden“, appelliert Genth an die Politik. Der HDE-Umfrage zufolge haben fast drei Viertel der betroffenen Händler seit Beginn der Krise staatliche Unterstützung bekommen. 60 Prozent jedoch warten noch auf ausstehende Zahlungen und 60 Prozent der Empfänger von Abschlagszahlungen erhielten weniger als die Hälfte der avisierten Auszahlungssumme.

Neben der Geschwindigkeit der Hilfe bemängelt der HDE zudem zwei aus seiner Sicht wesentliche Lücken: Für inhabergeführte Händler gebe es nach wie vor keine Möglichkeit zur Auszahlung eines Unternehmerlohns. Das zwinge die Unternehmer im Ergebnis, zum Sozialamt zu gehen, um ihren privaten Lebensunterhalt bestreiten zu können. Für größere Unternehmen fordert der HDE die Aufhebung der Deckelung von Hilfsgeldern auf Bundes- und EU-Ebene beziehungsweise einen entsprechenden Schadensausgleich nach EU-Recht. „Größere Händler mit vielen Filialen haben höhere Fixkosten und brauchen mehr Unterstützung“, führt Genth aus. 

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