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Handel legt eigenes Öffnungskonzept vor

03.03.2021

Unmittelbar vor den Beratungen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Coronakrise haben der Handelsverband Deutschland (HDE) und große Einzelhandelskonzerne ein eigenes Öffnungskonzept vorgelegt. Der Stufenplan würde eine weitgehende Öffnung der Geschäfte bereits am 8. März ermöglichen, wie aus dem am Mittwoch bekanntgewordenen Papier hervorgeht.

Nach dem Vorschlag des Handels, der den Staatskanzleien zugeleitet wurde, soll sich die Möglichkeit zur Wiedereröffnung der Geschäfte nicht nur an den aktuellen Inzidenzzahlen orientieren, sondern auch an der Belegung der Intensivbetten mit Coronapatienten. Bis zu zu einer Inzidenz von 100 dürften demnach alle Läden öffnen.

Wie viele Kunden gleichzeitig in die Läden dürfen, würde von der Belegung der Intensivstationen abhängen. Sind mehr als zwölf Prozent der Betten mit Covid-19-Patienten belegt, dürfte nur eine Person je 40 Quadratmeter Verkaufsfläche in die Läden. Bei 5 bis 12 Prozent eine Person je 20 Quadratmeter. Bei weniger als fünf Prozent gäbe es keine Zugangsbeschränkung mehr.

Sogar bei einer Inzidenz von über 200 sollen nach den Plänen des Handels alle Geschäfte öffnen können, wenn weniger als 5 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt wären. Allerdings dürfte dann nur eine Person je 40 Quadratmeter Verkaufsfläche in die Läden.

Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Der Handel verspricht, dass er alles tun werde, um auch in den ersten Wochen nach der Wiederöffnung die notwendigen Sicherheitsabstände zwischen den Kunden zu gewährleisten. Gleichzeitig unterstützen die Händler die Einführung von speziellen Öffnungszeiten für Senioren. "Konkret empfehlen wir die Einführung einer Öffnungsstunde für Senioren über 60 von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 10 und 11 Uhr", heißt es in dem Papier.

Unterstützt wird der Vorschlag unter anderem vom Handelsverband Deutschland (HDE) und zahlreichen großen Einzelhandelsketten wie C&A, Deichmann, Galeria Karstadt Kaufhof, Kik, Media Markt, Saturn und XXXLutz. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser wirbt gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für das Konzept und mahnt zum wiederholten Mal, eine erneute Verschiebung der Wiederöffnung bedeute für zahreiche Händler die Pleite. Bloß den Verkauf nach Terminvereinbarung zu erlauben, genüge nicht, betont der HDE.

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