Handel fordert transparenten Stufenplan zur Wiedereröffnung von Läden

15.02.2021

Mit Blick auf den Wirtschaftsgipfel bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) einen transparenten und fairen Plan zur Wiedereröffnung aller Geschäfte. Der Handel habe gezeigt, dass Einkaufen kein Infektionsrisiko bedeute. Zudem setzt sich der Verband für Änderungen bei den staatlichen Coronahilfen ein.

„Die Politik muss jetzt das liefern, was sie schon lange zugesagt hat: einen fairen und sich an transparenten Kriterien orientierenden Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown. So wie in den letzten Monaten kann es nicht mehr weitergehen. Da muss mehr Berechenbarkeit rein“, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der Einzelhandel habe bewiesen, dass er auch bei Inzidenzen von über 50 oder 35 mit seinen funktionierenden Hygienekonzepten sicherstellen könne, dass der Einkauf nicht zum Infektionsrisiko werde. Deshalb habe sich die Branche einen Stufenplan mit dem Ziel der Wiedereröffnung verdient.

Nachbesserungen bei Staatshilfen gefordert

Außerdem erwartet der HDE, dass es bei dem Wirtschaftsgipfel um die effizientere und gerechtere Ausgestaltung der Coronahilfen geht. „Seit Monaten wird an der Überbrückungshilfe geschraubt und am Ende steht trotzdem wieder nur eine in Teilen sinnvolle Lösung. Hier muss schleunigst nachgebessert werden. Ansonsten kommt das bei vielen Händlern gar nicht oder nicht ausreichend an“, argumentiert Genth. Der HDE bemängelt beispielsweise, dass Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 750 Millionen Euro bei der Überbrückungshilfe bislang leer ausgehen.

Außerdem sieht der Verband die Inhaber vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen vom Absturz in die Armut bedroht, weil sie sich aus den staatlichen Geldern keinen Unternehmerlohn auszahlen dürften. Als ungerecht kritisiert die Branche zudem an, dass der Handel anders als die Gastronomie bei den Dezemberhilfen keine Berücksichtigung findet. 

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