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Standpunkt

Handel auf allen Kanälen

Immer stärker hat sich das Einkaufen in den vergangenen Jahren von Ort und Zeit gelöst. Überall und jederzeit begleitet der Einzelhandel seine Kundschaft, indem er die Grenzen der Vertriebskanäle überwindet.

Von Stefan Genth 29.08.2022

© TarikVision/stock.adobe.com

Vor allem die letzten zweieinhalb Jahre haben gezeigt: Der Einzelhandel ist auf allen Kanälen zu Hause.

Der Handel hat seit jeher einen festen Platz im Alltag der Menschen. Er unterstützt dabei, ein leckeres Mittagessen zusammenzustellen, für jeden Anlass die passende Kleidung zu finden, alljährlich neue Geschenke auszuwählen und Einkaufszettel sowie Wunschlisten abzuarbeiten. Das ganze Jahr über ist der Handel immer da, immer präsent. Im Zuge der Digitalisierung hat die Branche ihre Omnipräsenz weiter ausgebaut und ist heute mehr denn je ein ständiger Begleiter ihrer Kundinnen und Kunden. War der Einkauf in der Vergangenheit an Orte und Öffnungszeiten gebunden, so kann er inzwischen überall und jederzeit statt­finden. Die wachsende Vielfalt verfügbarer Vertriebskanäle lässt stationäre Ladengeschäfte mit Online­konzepten zusammenwachsen und ganz neue Einkaufswelten entstehen.

Viele Händlerinnen und Händler informieren, beraten und verkaufen nicht nur in ihrem Geschäft vor Ort, sondern auch auf digitalen Wegen. Wie wichtig diese kanalübergreifende Präsenz ist, hat sich insbesondere während der vorübergehenden Corona-Lockdowns gezeigt. Als die Türen zahlreicher Läden geschlossen bleiben mussten, erhielten Formate wie Liveshopping oder Click & Collect den Kontakt zur Kundschaft. Die Verzahnung der Vertriebskanäle ist allerdings weit mehr als ein pandemiebedingter Trend. In Omnichannel-Lösungen liegt die Zukunft des Einzelhandels. Der Einsatz digitaler Technologien am Point of Sale kann die Ladenatmosphäre, die Produktsuche, den Kaufprozess und damit die gesamte Customer-Journey optimieren. Gleichzeitig hat eine zusätzliche Onlinepräsenz mit eigenem Onlineshop, auf Marktplätzen und in den sozialen Medien das Potenzial, die Bindung zu Kundinnen und Kunden zu stärken. Die Verschmelzung stationärer und digitaler Einkaufserlebnisse macht es möglich, rund um die Uhr von jedem Ort aus mit den Kunden zu interagieren.

Das Aufkommen und die Weiterentwicklung innovativer Zukunftstechnologien verändert die Anforderungen an die Customer-Journey somit nachhaltig. Händlerinnen und Händler haben dadurch die Chance, ihr Geschäftsmodell mit Unterstützung digitaler Lösungen und entlang der individuellen Kundenbedürfnisse für die Zukunft aufzustellen. Doch für die Digitalisierung und Modernisierung des Einkaufserlebnisses bedarf es technischer Expertise und Investitionen. In einer Zeit gleich mehrerer Krisen zeigen sich viele Handelsunternehmen allerdings zurückhaltend, was Zukunftsinvestitionen angeht. Vor allem in der Digitalisierung und in Innovationen etwa sieht die Mehrheit der Unternehmen im Non-Food-Handel den größten In­vestitionsbedarf. In der Praxis stoßen die Erwartungen und Wünsche jedoch auf Unsicherheiten und die Realität der aktuellen wirtschaftlichen Lage des eigenen Betriebes.

Der Einzelhandel ist auf allen Kanälen zu Hause. Das haben spätestens die vergangenen zweieinhalb Jahre gezeigt. Und kanalübergreifendes Einkaufen gewinnt nicht nur stetig an Bedeutung, sondern entwickelt sich kontinuierlich weiter. Auch mit Blick auf die anhaltenden Krisen kommt es jetzt darauf an, gerade kleine und mittlere Unternehmen auf dem Weg zur neuen Customer-Journey nicht abzuhängen. Umfassende Beratungsangebote für Händlerinnen und Händler sowie die Förderung von Zukunftsinvestitionen können ­einen Beitrag zur Gestaltung des Kundenerlebnisses von morgen leisten. 

Schlagworte: Vertriebskanäle, Omnichannel

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