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Wellnessbranche

Großer Badespaß auf kleinem Raum

Auch im zweiten Coronasommer sind die Reisemöglichkeiten begrenzt, Urlaub findet zumeist im eigenen ­Garten statt. Entsprechend melden die im Bundesverband Schwimmbad und Wellness (bsw) organisierten Fachbetriebe auch für die erste Hälfte des Jahres 2021 einen erhöhten Umsatz.

Von Ute Wanschura, Geschäftsführerin des Bundesverbands Schwimmbad und Wellness 08.06.2021

© Hütel & Meß

Obenauf: Kleine Pools verwandeln Dachterrassen in Badeparadiese – voraus­gesetzt, das Dach vermag das Gewicht des Wassers zu tragen.

Die Inzidenzwerte sinken, doch viele Freizeiteinrichtungen bleiben zur Eindämmung der Pandemie nach wie vor geschlossen. Kein Wunder, dass private Schwimmbäder hoch im Kurs stehen: Wer sich im vergangenen Jahr an einer mobilen Wasseroase in einfacher Ausführung erfreut hat, sucht nun nach einer hochwertigeren Lösung. Der bsw erwartet infolgedessen in diesem Jahr ein deutliches Plus auch im höheren Preissegment.

Oft mangelt es allerdings an Platz, gerade in Städten können sich nur wenige Menschen große Grundstücke leisten. Die überwiegende Mehrheit der Gartenbesitzer verfügt Umfragen zufolge über Flächen von 100 bis 500 Quadratmeter – zu wenig für eine weitläufige Pool-Landschaft. Oft lässt sich nicht einmal ein Schwimmbad mit den Standardmaßen acht mal vier Meter unterbringen. Zudem besitzt laut Statistischem Bundesamt weniger als die Hälfte der Deutschen überhaupt eine Immobilie, deren Garten sie nach eigenen Wünschen gestalten kann.

Schwimmen lernen im Spa

Entsprechend steigt besonders deutlich die Nachfrage nach kleinen Wasseroasen, die sich in beengten Gärten, auf Terrassen, Dachterrassen und in Hinterhöfen realisieren lassen. Kein völlig neuer Trend, allerdings einer, der durch die Pandemie weiteren Schub erfahren hat. Die im bsw organisierten Fachbetriebe reagieren mit einem wachsenden Angebot an Whirlpools, Swim­Spas und Minipools. Sie bieten zudem dringend benötigte Expertise in Fragen der Statik: Wer tatsächlich eine Wellnessoase auf dem Dach plant, muss zuvor sicherstellen, dass es die Wassermenge auch tragen kann.

Holzdeck dient als Sitzecke

Wer lediglich entspannen möchte, findet im Whirlpool die passende Lösung – auch Verbraucher mit Kindern zeigen an dieser Variante häufig Interesse. Sportlichere Kunden entscheiden sich für das Swim-Spa: ein kompakter Pool, der als Whirlpool verwendbar und gleichzeitig zum Schwimmen geeignet ist. Kinder lernen darin in Ruhe und trotz geschlossener öffentlicher Bäder das Schwimmen, eine integrierte Gegenstromanlage ermöglicht sogar Erwachsenen ein anspruchsvolles Training.

Das gilt auch für den Mini-Pool, bei dem die sportliche Betätigung allerdings im Vordergrund steht: Die Gegenstromanlage lässt auch hier die Größe des Beckens zur Nebensache werden. Wem auch das nicht genügt, der gestaltet mit Aqua-Hanteln, Aqua-Steps oder speziellen Fahrrädern fürs Aqua-Cycling seinen eigenen Wasserfitnesspark. Bei Bedarf bieten Schwalldusche und Massagedüsen dennoch die Möglichkeit zur Entspannung.

Poolabdeckungen aus Holz, die die Wasserstelle schnell in eine Terrasse verwandeln, kommen angesichts beengter Platzverhältnisse ebenfalls gut bei Verbrauchern an. Auf kleine Pools passt ein Holzdeck, das im geschlossenen Zustand als Sitzecke dient. So entsteht zudem ein positiver Energiespareffekt, da die Abdeckung den Wärmeverlust des Wassers minimiert – Nachhaltigkeit zieht als Verkaufsargument. Wer sein Schwimmbad umweltbewusst betreibt, kann die täglichen Unterhaltskosten unter den Preis einer Tageskarte für das öffentliche Bad drücken.

Die Fachbetriebe der Schwimmbad- und Wellnessbranche verbuchen nun bereits im zweiten Jahr eine durch die Pandemie gesteigerte Nachfrage – 2020 wuchs ihr Umsatz um rund 30 Prozent. Prognosen des Deutschen Wetterdienstes, wonach künftige Sommer wärmer und trockener ausfallen als vergangene, lassen auch weiterhin eine hohe Nachfrage nach Pools erwarten.

Trotz der guten Aussichten bleiben Weiterbildung, Austausch und Vernetzung bei Messen wie der Aquanale für die Branche unverzichtbar. Nach mehr als einem Jahr pandemiebedingter Kontaktbeschränkungen herrscht zudem eine gewisse Sehnsucht nach physischen Veranstaltungen: Bei der diesjährigen Messe, die vom 26. bis zum 29. Oktober als Live-Veranstaltung mit Hygienekonzept in Köln stattfinden wird, sind bereits jetzt 70 Prozent der verfügbaren Flächen gebucht.

aquanale.de

Schlagworte: Wellnessbranche

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