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Große Skepsis gegenüber Click & Meet-Lösungen

09.03.2021

Das Einkaufen mit Terminvereinbarung beurteilen laut einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland 37 Prozent der Einzelhändler als negativ oder sehr negativ. Bei den Verbrauchern fällt das Stimmungsbild noch deutlicher aus: 58 Prozent der Befragten können sich den Einkauf mit Termin nicht vorstellen, nur 36 Prozent äußern sich positiv mit Blick auf Click & Meet-Angebote. Das teilt das Umfrageinstitut Yougov mit.

Ungeachtet dessen wollen laut HDE-Umfrage mehr als 90 Prozent der Einzelhändler ihren Kunden diese Möglichkeit anbieten, knapp ein Viertel der Befragten aber sieht dabei bei hohem Aufwand und großen Kosten nur geringe Umsatzeffekte. 13 Prozent schätzen Click & Meet mit Blick auf Personal- und Gebäudekosten gar als reines Verlustgeschäft ein. Und bereits jetzt sehen sich rund 45 Prozent der Lockdown-Händler für den weiteren Jahresverlauf in Insolvenzgefahr. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth kommentiert: „Viele Einzelhändler stecken in einer ausweglosen Lage. Mit den Beschlüssen aus der vergangenen Woche wurde der Lockdown faktisch für zahlreiche Händler bis Ende März verlängert." Seine Forderung: "Die Politik muss jetzt Wort halten und effektive sowie ausreichende Unterstützung leisten.“

Der HDE fordert mit Blick auf die dramatische Situation in der Branche die Bundesregierung auf, die Auszahlungsbeträge der Überbrückungshilfe rückwirkend für März zu verdoppeln. „Es geht jetzt um rasche Soforthilfe, ansonsten kippen ganze Innenstädte“, so Genth weiter. Der entsprechende Finanzrahmen sei ohnehin bereits bewilligt, bisher kämen die Gelder schlicht nicht an und das vorgesehene Budget werde nicht ausgeschöpft. „Das Geld muss aus dem Schaufenster und hin zu den notleidenden Einzelhändlern“, so Genth weiter. Die HDE-Umfrage macht denn auch deutlich, dass die aktuellen Hilfsmaßnahmen für knapp 70 Prozent der in der vergangenen Woche geschlossenen Händler nicht zur Existenzsicherung ausreichen.

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