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Nachhaltigkeit

Engagement für Mensch und Natur

Die Pandemie hat vielen Einzelhandelsunternehmen hart zugesetzt. Gleichwohl duldet die Klimakrise keinen Aufschub. Die Branche muss sich ihrer Verantwortung stellen und durch nachhaltiges Wirtschaften zum Erreichen der Ziele beitragen.

Von Alexander Birken, CEO Otto Group 21.09.2021

© Isadora Tast

Alexander Birken appelliert an die Branche, sich trotz Corona ihrer Verantwortung für den Klimaschutz an der Schnittstelle zwischen Produzenten und Konsumenten zu stellen.

Den Herausforderungen der Pandemie zu begegnen, ist für den teils arg gebeutelten (stationären) Handel ein Kraftakt. Viele Händler*innen kämpfen noch immer um ihre Existenz und der Wunsch, das Klimathema erst einmal hintanzustellen, ist nur zu verständlich. Allerdings erlaubt die sich immer weiter zuspitzende Klimakrise keinen Aufschub. Der Handel sollte deshalb das Momentum für den Klimaschutz und die aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft als Chance sehen. Denn Händler*innen an der Schnittstelle zu den Kund*innen haben einen erheblichen Einfluss auf das Konsumverhalten der Menschen.

Durch vielfältige Maßnahmen kann der Handel also Teil der Lösung sein. Seien es Anreize für nachhaltiges Einkaufen und umweltfreundliche Sortimente oder die Nutzung regenerativer Energien für die eigene Stromversorgung, die Bereitstellung einer Ladeinfrastruktur für klimafreundliche Verkehre, Green-Building-Konzepte oder der Einsatz effizienter Beleuchtungs- und Klimatechnik.

Für eine wirkungsvolle Umsetzung bedarf es dazu aber auch entsprechender vernünftiger Rahmenbedingungen durch die Politik, etwa des Abbaus bürokratischer Hürden oder der Abschaffung der EEG-Umlage. Der Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit darf also nicht an zu komplexen oder gar unnötigen Regelungen scheitern.

Für uns als Händler*innen geht es im Kern darum, zu unserer herausgehobenen Verantwortung zwischen Produzent*innen und Konsument*innen zu stehen. Wer, wenn nicht wir, kann sich für Mensch und Natur wirkungsvoll engagieren? Um das zu unterstreichen, haben die Otto Group und andere Unternehmen gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland eine Strategie mit einheitlichen Handlungsprinzipien für nachhaltiges Wirtschaften erarbeitet und unterzeichnet.

Darin bekennen wir uns uneingeschränkt zu den politisch vorgegebenen Klimazielen, wie etwa einer EU-weiten Klimaneutralität bis 2050. Aber auch menschenrechtliche Sorgfaltspflicht, Fairness gegenüber Mitarbeitenden und eine diverse Gesellschaft stehen hier im Fokus.

Schließlich wird verantwortungsvolles Handeln zu einer „License to operate“ für Unternehmen – und das nicht erst seit Fridays for Future. Denn das Bewusstsein für die Dringlichkeit weitreichender Nachhaltigkeitsmaßnahmen – vom Feld über die Produktion bis hin zur letzten Meile – setzt sich in der Gesellschaft immer weiter durch. Der Handel muss handeln, auch wenn er gerade andere Sorgen hat. 

Alexander Birken, 1964 in Hamburg geboren, ist seit Januar 2017 Vorstandsvor­sitzender der Otto Group. Zuvor war er als Konzernvorstand für die strategische Weiterentwicklung verschiedener Firmen verantwortlich. Er zeichnete unter anderem für die Baur Gruppe, die Schwab Gruppe, die Witt Gruppe sowie die Otto Group Russia verantwortlich. Seit August 2012 nahm er zusätzlich die Sprecherfunktion der Einzelgesellschaft Otto wahr. Zudem ist Birken Vizepräsident des Handels­verbands Deutschland (HDE).

Schlagworte: stationärer Handel, Coronakrise, Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Verantwortung

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