HDE-Umfrage

Innenstadthandel in Existenznöten

Mit Blick auf die aktuelle Pandemielage und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens sehen sich nach einer aktuellen HDE-Trendumfrage unter mehr als 500 Unternehmen knapp 60 Prozent der befragten Innenstadthändler in Existenznöten.

17.11.2020

© imago images/Eckhard Stengel

Händler in den Stadtzentren verzeichnen im Vorjahresvergleich durchschnittlich einen Umsatzrückgang von mehr als einem Drittel.

Sinkende Umsätze und geringe Kundenzahlen bringen immer mehr Händler in finanzielle Schieflage. Der Handelsverband Deutschland (HDE) erneuert deshalb seine Forderungen nach Not- und Überbrückungshilfen für die Einzelhändler. Die Umsätze im innerstädtischen Einzelhandel verharren auch in der zweiten Novemberwoche auf einem Niveau weit unter den Vorjahreswerten. Nach der aktuellen HDE-Umfrage verzeichnen die Händler in den Stadtzentren im Vorjahresvergleich durchschnittlich einen Umsatzrückgang von mehr als einem Drittel. Bei den Kundenfrequenzen liegen die Werte im Schnitt um 43 Prozent unter denen von 2019.

„Der Lockdown light sorgt dafür, dass die Händler in den Innenstädten in vielen Fällen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können. Trotz geöffneter Ladentüren geraten hier viele Existenzen in Gefahr, das sind schlechte Nachrichten auch für unsere Innenstädte“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der HDE nimmt diese Zahlen zum Anlass, erneut die Öffnung der Nothilfen der Bundesregierung für den Einzelhandel und Anpassungen bei der Überbrückungshilfe zu fordern.

„Die Politik hat versprochen, die Unternehmen mit den Folgen der Pandemie nicht allein zu lassen. Jetzt gilt es, dieses Versprechen auch für den innerstädtischen Einzelhandel einzulösen. Ansonsten bluten unsere Stadtzentren aus und veröden dauerhaft“, so Genth weiter. Gefragt
seien jetzt rasche und entschlossene Hilfen.

Schlagworte: Einzelhandel, Coronavirus, Coronakrise, Innenstadt

Kommentare

  • Wolfgang Trantow

    Unsere Politiker wollen mehr Internethandel und damit mehr Lieferverkehr. Dies ist umweltschonend!
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    18.11.2020, 20:54 Uhr
  • Barbara Maier

    Ein weiteres Thema ist das alle Innenstädte mittlerweile gleich aussehen, die Mietverträge häufig auf Jahre geschlossen werden. Ich würde mir mehr Vielfältigkeit wünschen und mehr unterschiedliche Konzepte um Besucher in die Innenstadt zu bekommen. Die letzten Jahre hat es halt gereicht ein Geschäft in der Fussgängerzone zu betreiben, die Kunden sind jedoch verwöhnt. Ich denke die Händler die es schaffen mehr Erlebnisse und WOW Momente bei den Kunden zu erzeugen und über mehrere Channels erreichbar sind werden am Ende weiterhin erfolgreich sein. Auch die Vermieter sollten vielleicht offener auf die Chancen und Möglichkeiten von Pop Up Stores reagieren. Ich arbeite für die Plattform ****** die gerade erst gestartet ist und wir erleben tag täglich das großes Interesse besteht Geschäfte kurzfristig zu mieten, viele Vermieter aber lieber den 35 Friseur oder die 79 Eisdiele als Mieter hätten.... Ganz anders Einkaufscenter die dem Thema von Anfang an offen gegenüber stehen und Pop Up s auch zur Erhöhung der Frequenz nutzen.

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    20.11.2020, 15:34 Uhr
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