Coronapandemie

Lockdown: Mehr Hilfsgelder für Händler und Innenstädte gefordert

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern für eine Schließung des Nicht-Lebensmittelhandels ab Mittwoch macht der Handelsverband Deutschland (HDE) deutlich, dass die bisher geplanten Hilfsprogramme für die Einzelhändler seiner Auffassung nach nicht ausreichen.

13.12.2020

© Oliver Berg / DPA Picture Alliance

Um die Coronapandemie einzudämmen, haben Bund und Länder einen neuen Lockdown beschlossen.

Der Einzelhandel werde Bund und Länder darin unterstützen, die Pandemie schnellstmöglich in den Griff zu bekommen, heißt es in einer Mitteilung des HDE. Schon in den vergangenen Monaten habe der Handel mit seinen Hygienekonzepten einen großen Beitrag zur Bekämpfung der Coronapandemie geleistet.

"Wenn jetzt Geschäftsschließungen als notwendig angesehen werden, darf die Bundesregierung die Branche nicht im Regen stehen lassen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die bisher vorgesehenen Gelder reichten bei weitem nicht aus, um eine Pleitewelle in den Innenstädten zu verhindern. Der betroffene Nonfood-Handel wird nach HDE-Einschätzung bei einem bundesweiten Lockdown ab Mittwoch in einem Bereich von 60 Prozent Umsatzverlust für den Monat Dezember landen.

HDE warnt vor Pleitewelle und Jobverlust

Im Vorjahresvergleich würden so zwölf Milliarden Euro Umsatz für die Händler verloren gehen. Der Lockdown trifft knapp 200.000 Handelsunternehmen, 99 Prozent dieser Unternehmen sind kleine und mittelständische Unternehmen. Der Innenstadteinzelhandel steht für bis zu 600.000 Beschäftigte, von denen durch den Lockdown bis zu 250.000 Jobs verloren gehen könnten, warnt der HDE.

„Dass viele Händler jetzt mitten im Weihnachtsgeschäft, der umsatzstärksten Zeit des Jahres, zusperren müssen, trifft die Branche und die Innenstädte hart. Das werden viele Unternehmen ohne entsprechende Staatshilfen nicht überstehen“, so Genth. Der Verband fordert deshalb für den Dezember eine Gleichbehandlung mit der Gastronomie und die Aufnahme der Branche in die Dezemberhilfen. Ab Januar müsse dann eine neue Form der Finanzhilfe gefunden werden. Die Überbrückungshilfen alleine reichten nicht aus, um die betroffenen Handelsunternehmen zu retten.

„Natürlich geht es jetzt um die Gesundheit aller", stellt Genth klar. Es gehe aber auch um die Existenz der Innenstädte als Ganzes. Die Politik müsse jetzt mit einem starken Hilfsprogramm dafür sorgen, dass es nicht zu einer nicht mehr wieder gut zu machenden Pleitewelle komme, so Genth. Auch der Städtetag betont die Notwendigkeit von schnellen finanziellen Hilfen.

Schlagworte: Coronakrise, Coronavirus, HDE

Kommentare

Ihr Kommentar