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Digitale Girocard geht online

Die heimische Kreditwirtschaft verzahnt ihre verschiedenen Angebote zum Online-Bezahlen weiter. In der zweiten Jahreshälfte soll auch die Girocard eingebunden werden. Noch sind die Nutzerzahlen bei der Konkurrenz von Paypal und Co. jedoch deutlich höher.

10.05.2022

© Josep Suria/stock.adobe.com

Statt mit Paypal, Apple Pay und Co. können deutsche Verbraucher bald auch mit der digitalen Girocard im Internet shoppen.

Ein Jahr nach dem Startschuss bereiten Deutschlands Banken und Sparkassen den nächsten Schritt zur Vereinheitlichung ihrer Online-Bezahlverfahren vor. "Derzeit werden die vertraglichen und technischen Grundlagen für die Integration der digitalen Girocard geschaffen", teilte die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Die Einbindung der Girocard als weiterer Zugangsweg im Online-Bezahlverfahren Giropay soll in der zweiten Jahreshälfte starten."

Zuerst werde diese digitale Girocard Kunden der genossenschaftlichen Finanzgruppe zur Verfügung stehen, bis Ende des laufenden Jahres dann den Sparkassenkunden, "bevor sie für weitere Institutsgruppen ausgerollt wird", erklärten die fünf in der DK organisierten Bankenverbände. DK-Federführer ist in diesem Jahr der Bundesverband deutscher Banken (BdB). Der Abschluss der Integration der digitalen Girocard im Onlinehandel werde "im zweiten Halbjahr 2022 erwartet". Im März vergangenen Jahres hatten die Verbände angekündigt, ihre Online-Bezahlverfahren Paydirekt, Giropay und Kwitt unter der Marke Giropay zu verschmelzen. Vom 10. Mai 2021 an wurden Verbraucher in einer mehrmonatigen Übergangsphase an die neue Marke herangeführt.

Nationale Alternative beim Onlinepayment

Öffentlich-rechtliche, genossenschaftliche und private Institute wollen Verbrauchern durch die Zusammenführung der Bezahlverfahren ermöglichen, im Internet auf möglichst einfachem Weg zu bezahlen sowie schnell Geld von Konto zu Konto zu überweisen - unabhängig davon, bei welcher Bank das Konto letztlich geführt wird. Letztlich will die heimische Kreditwirtschaft so eine Alternative zu Paypal, Apple Pay und Co. etablieren.

"Der Markt um die Bezahlverfahren ist hart umkämpft. Umso wichtiger ist es - gerade auch mit Blick auf ein Stück nationaler Unabhängigkeit, - dass wir als Deutsche Kreditwirtschaft den Kunden ein zukunftsfähiges nationales Bezahlverfahren anbieten können", bekräftigten die Branchenverbände. Nach Angaben von Paydirekt als operative Betriebsgesellschaft für die Zusammenführung der Online-Bezahlverfahren der Banken und Sparkassen in Deutschland ist mit der Sparkassen-Finanzgruppe, der genossenschaftlichen Finanzgruppe sowie Deutscher Bank und Commerzbank "nahezu die gesamte deutsche Kreditwirtschaft mit insgesamt rund 1.500 Banken und Sparkassen an den Umsetzungsmaßnahmen beteiligt".

Das neue Giropay-Verfahren zählt den Angaben zufolge bislang etwa 7,5 Millionen Nutzer. Sie zahlen auf diesem Wege in mehr als 27.000 Onlineshops und bei mehr als 1.400 Kommunen. Beim Start vor einem Jahr deckten Giropay und Paydirekt zusammen etwa zwei Prozent des deutschen Marktes für Onlinezahlungen ab. Mittelfristig sieht die heimische Branche nach damaligen Angaben das Potenzial, ihren Marktanteil auf bis zu 50 Prozent zu steigern. Zum Vergleich: Der US-Konkurrent Paypal kommt nach jüngsten eigenen Angaben auf mehr als 29 Millionen aktive Kunden in Deutschland.

Schlagworte: Payment, Onlinehandel, Girocard

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