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Tempo-Trend

Schnelle E-Food-Lieferdienste setzen andere Branchen unter Druck

Die Geschwindigkeit von Lieferdiensten in der E-Food-Branche hat in der Pandemie zusätzlich an Fahrt aufgenommen. Lieferung von Lebensmitteln noch am selben Tag ist vor allem für junge Konsumenten inzwischen Standard. Der Tempo-Trend bringt andere Branchen in Zugzwang.

17.08.2021

stock.adobe.com/Goffkein
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Trendsetter: Die Schnelligkeit der E-Food-Lieferdienste lässt die Erwartungshaltung jüngerer Konsumenten auch bei anderen Konsumgüterbereichen wachsen.

Gorillas, Flink und Co. haben während der Pandemie in Großstädten einen Tempo-Trend in der E-Food-Branche gesetzt: Per App Güter des täglichen Bedarfs rund um Lebensmittel und Getränke innerhalb von zehn Minuten zu erhalten, ist vor allem für junge Verbraucher mittlerweile ganz normal.

Im Laufe der Corona-Kise haben sich insbesondere im FMCG-Bereich neue Anbieter positioniert, die immer beliebter, schneller, flexibler werden. Das dokumentiert der aktuelle Corona Consumer Check des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln.

Onlineshops unter Druck

Der Trend aus der E-Food-Branche strahlt mittlwerweile auch auf andere Konsumgüterbereiche ab; erneut sind es besonders Jüngere, die sich eine schnelle Lieferung etwa beim Onlineshoppen wünschen. In der Gesamtbevölkerung scheint die Meinung zur Lieferung von FMCG-Produkten und Getränken indes indifferent zu sein; der Großteil wünscht sich die Lieferung von kleineren FMCG-Einkäufen am selben Tag (36 Prozent), eine Getränkelieferung reicht den meisten am nächsten Tag (30 Prozent)

Modeartikel innerhalb von zwei Tagen

Die Analyse der drei ausgewählten Branchen Drogerie, CE (Consumer Electronics) und Fashion & Accessoires offenbart Unterschiede bei den gewünschten Lieferzeiten – insbesondere mit Blick auf die Altersgruppen. So ist im Bevölkerungsdurchschnitt bei den Branchen CE und Fashion & Accessoires eine Lieferung nach zwei Tagen meist erwünscht (61 Prozent).

Drogerieprodukte verzeichnen im Vergleich den höchsten Wert für eine Lieferung binnen vier Stunden. Anders bei den 18- bis 29-Jährigen: Hier ist branchenübergreifend eine Lieferung innerhalb von vier Stunden gewünscht. Dass Onlinehändler die bestellte Ware innerhalb von einem Tag zustellen, sehen aktuell nur 21 Prozent der Befragten als unumgängliches Zukunftsszenario. Die Lieferung innerhalb weniger Stunden finden 61 Prozent gar übertrieben.

Stationärer Einkauf am schnellsten

Und: Wenn ein Produkt ganz zeitnah benötigt wird, ist das stationäre Geschäft bei zwei Drittel der Befragten immer noch die erste Anlaufstelle – und selbst die onlineaffinen jüngeren Konsumenten zwischen 18 und 29 Jahren bevorzugen dann den Einkauf vor Ort (57 Prozent).

Datenbasis: Anlässlich der aktuellen Coronakrise analysierte das Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln im Rahmen des Corona Consumer Check schon zum zehnten Mal das Stimmungsbild zum Konsumverhalten in Deutschland; seit 2020 befragt das IFH 500 Konsumenten in einer repräsentativen Onlinebefragung zu ihrem Einkaufsverhalten. Mehr Info zum Corona Consumer Check sowie die Ergebnisse der vergangenen Befragungen und die aktuelle Untersuchung gibt es zum Download hier.

Schlagworte: Handel, Trends, E-Commerce, E-Food, IFH, IFH Köln

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