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Produktsicherheit

Viele Kinderprodukte entsprechen nicht EU-Anforderungen

97 Prozent der getesteten Babynester, Schlafsäcke und Beistellbetten erfüllen nicht die EU-Anforderungen, 80 Prozent geprüfter Kinderspielzeuge entsprechen nicht EU-Standards. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Kommission im Rahmen ihrer jährlichen Sicherheitsprüfung von Verbraucherprodukten.

17.08.2021

stock.adobe.com/UnitedPhotoStudio
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Mangelhaft in Sachen Sicherheit: Viele Kinderprodukte wie Beistellbetten entsprechen nicht den europäischen Qualitätsanforderungen.

Im Rahmen der Koordinierten Aktivitäten zur Sicherheit von Produkten (Casp) bringt die EU-Kommission jährlich nationale EU-Behörden zusammen, um die Sicherheit von Produkten zu überprüfen. Bei den diesjährigen Tests nahmen die Mitarbeiter akkreditierter EU-Labore 686 Produktmuster aus den folgenden sieben Kategorien ins Visier: Kinderspielzeug, Spielgeräte für den privaten Außenbereich, Babynester und Schläfer, Kabel, kleine Küchenheizgeräte, Schmuck und Kindersitze für Autos.

Am schlechtesten schnitten die getesteten Babynester, Schlafsäcke und Beistellbetten ab. In der Kategorie erfüllten nur drei Prozent der untersuchten Produkte die EU-Anforderungen – ganze 97 Prozent fielen durch. Auch bei Kinderspielzeug zeigt sich ein erschreckendes Bild: Hier entsprachen 80 Prozent der getesteten Produkte nicht den EU-Anforderungen. Bei Spielgeräten für den privaten Außenbereich genügen 79 Prozent der getesteten Produkte nicht den EU-Anforderungen. Fast die Hälfte (43 Prozent) getesteter Kindersitze für Autos entsprechen zudem nicht den EU-Anforderungen.

Unsichere Artikel schnell eliminieren 

Die Casp-Projekte arbeiten mit Marktüberwachungsbehörden zusammen, um verschiedenste Produkte zu prüfen. Die Initiative ermöglicht es den Marktüberwachungsbehörden aus unterschiedlichen Ländern außerdem, Ideen und bewährte Vorgehensweisen miteinander zu teilen. So wollen die Beteiligten der jährlichen EU-Initiative gemeinsame Ansätze und Methoden entwickeln, um den Markt möglichst nachhaltig zu überwachen. Letztendlich helfen die Aktionen, unsichere Produkte schnell vom Markt zu nehmen.

Die Europäische Kommission überwacht dabei die Organisation und Koordination der notwendigen Tests und finanziert diese. Außerdem stellt sie sicher, dass die Prüfungen unter optimalen Bedingungen in akkreditierten Laboren durchgeführt werden. Die Ergebnisse verbreitet die Europäische Kommision auf europäischer Ebene über Verbraucherverbände und andere relevante Interessenträger. Casp 2020 entwickelt zudem Kampagnen und organisiert weitere Aktivitäten.

Gezielte Tests

Auch die zunehmende Bedeutung des Onlinehandels spielt eine Rolle: Zahlreiche nationale Marktüberwachungsbehörden haben bereits Interesse bekundet, sich gezielt mit den Herausforderungen der Produktsicherheit und Marktüberwachung im Onlinehandel zu befassen.

Vor diesem Hintergrund haben die Verantwortlichen im Rahmen des Teilprojekts „Casp 2020 Online“ konkrete Test-Aktivitäten vorangetrieben, bei denen sie etwa Schmuck auf gefährliche Metalle hin überprüften. Zudem riefen sie eine Informationskampagne für Wirtschaftsakteure und Verbraucherinnen und Verbraucher ins Leben und überwachten den Online-Markt verstärkt.

Datenbasis: Die Resultate im Rahmen der EU-Initiative zur Produktsicherheit beruhen auf dem sogenannten Casp-Test: Das Ziel des Programms zu Koordiniertem Handeln für Produktsicherheit (Casp) ist es, nationale Behörden beim Schutz europäischer Verbraucherinnen und Verbraucher zu unterstützen. Zum Abschlussbericht der Casp 2020-Prüfkampagne geht es hier!

Schlagworte: Point of Sale, Handel, Kinderspielzeug

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