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Unsicherer eCommerce

Mehr Betrug im Onlinehandel

69 Prozent der deutschen Onlinehändler verzeichnen einer aktuellen Studie zufolge seit Beginn der Pandemie einen Anstieg an Betrugsversuchen. Auf Platz eins der häufigsten Betrugsmethoden landeten in Deutschland illegale Kontoübernahmen (48 Prozent).

24.08.2021

© Stock Adobe MAU

Nicht mehr sicher: Infolge der Pandemie hat der Betrug beim Onlinehandel zugenommen.

An der Studie von Riskified, einem Anbieter von Lösungen zur Betrugsprävention, nahmen 4.000 Verbraucher und 400 Onlinehändler aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA teil. Riskified untersuchte dabei, wie weit verbreitet Betrug im Onlinehandel ist, wie er in den Augen von Käufern und Händlern wahrgenommen wird und wie groß die finanziellen Auswirkungen sind. 69 Prozent der deutschen Händler gaben an, dass sie seit Beginn der Pandemie einen Anstieg an Betrugsversuchen verzeichnet konnten. Auf Platz eins der häufigsten Betrugsmethoden landeten in Deutschland illegale Kontoübernahmen (48 Prozent), dicht gefolgt von Scheinkäufern (45 Prozent).

Die Auswirkungen auf den Umsatz der Händler sind gravierend: Global sagten 26 Prozent, dass Betrug ihre Wirtschaftlichkeit erheblich beeinträchtigt. Schlimmer noch: Nach Aussage von mehr als einem Drittel (34 Prozent) haben Händler weltweit im Jahr 2020 zwischen fünf und zehn Prozent ihres eCommerce-Umsatzes durch Betrug verloren.

Verbraucher haben wenig Vertrauen

Die Studie hat allerdings auch eine Vertrauenslücke aufgedeckt, die global zwischen Händlern und Verbrauchern besteht: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) aller Händler erklärten, dass sie auf ihre Fähigkeit vertrauen, Betrug im Zusammenhang mit E-Commerce zu verhindern. Nur 34 Prozent der Verbraucher vertrauen jedoch auf eben diese Fähigkeit der Händler, besagten Betrug tatsächlich verhindern zu können.

Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Konsumenten in Deutschland äußerten ihre zunehmenden Bedenken beim Onlineshopping. 51 Prozent wiederum gehen davon aus, dass Händler im nächsten Jahr noch mehr Schwierigkeiten haben werden, Betrug zu verhindern. Auch die langfristige Auswirkung auf die Marke ist ein wichtiger Faktor für das Vertrauen der Verbraucher in das Onlineshopping. So würden nicht nur 37 Prozent der deutschen Verbraucher dem Händler die Schuld geben, wenn ihr Konto kompromittiert würde. 64 Prozent würden sogar nicht noch einmal bei einem solchen Shop online einkaufen.

Mehr als 25 Milliarden US-Dollar Verlust

Wenn es darum geht, Betrug zu verhindern, galt die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei den Befragten allgemein als sehr effektive Methode. Allerdings stuften Händler aus Großbritannien und Frankreich sie als die umsatzschädlichste Maßnahme ein, bei US-amerikanische und deutschen Händler landet sie auf Platz zwei. Dies kann unmittelbar auf die zusätzliche Reibung zurückgeführt werden, die durch Zwei-Faktor-Authentifizierung für das Kundenerlebnis entsteht. Immer häufiger werden daher neue technologische Lösungen eingesetzt, um den Zahlungsprozess zu vereinfachen und Betrug gleichzeitig zu reduzieren.

„Es ist keine Überraschung, dass das schnelle Wachstum des E-Commerce auch zu einem Anstieg der Betrugsfälle geführt hat – und wie unsere Untersuchung zeigt, sind die Auswirkungen sowohl für Einzelhändler als auch für Verbraucher erheblich“, sagte Peter Elmgren, Chief Revenue Officer bei Riskified. „Betrug stellt Einzelhändler, die ihr Geschäft schützen und gleichzeitig den Kunden ein nahtloses und sicheres Einkaufserlebnis bieten wollen, vor besondere Herausforderungen. Laut Juniper Research haben sie im Jahr 2020 aufgrund von Online-Betrug 17 Milliarden US-Dollar verloren, und es wird erwartet, dass diese Zahl innerhalb von nur drei Jahren 25 Milliarden übersteigen wird. Indem wir kontinuierlich von unserem Händlernetzwerk lernen und Echtzeitdaten in unsere hochentwickelte Plattform für maschinelles Lernen einspeisen, können wir unseren Handelspartnern helfen, Vertrauen in das Onlineeinkaufserlebnis aufzubauen.“

Die eConfidence-Benchmark-Umfrage hat Riskified im März 2021 durchgeführt. Den vollständigen Report in englischer Sprache gibt es hier!

Schlagworte: Onlinehandel, E-Commerce

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