Onlinehandel

Mehrheit shoppt auf Marktplätzen

Der stationäre Handel hat wieder geöffnet, doch die Deutschen kaufen weiter verstärkt online ein. 58 Prozent von ihnen shoppen derzeit regelmäßig im Internet – genauso viele wie während des Lockdowns, so eine neue repräsentative Studie. Krisengewinner sind die großen Marktplätze.

04.08.2020

© Andrey Popov/Stock Adobe

Mode shoppen die Deutschen laut Umfrage besonders gerne online. Die Pandemie hat diesen Trend verstärkt.

Mehr als zwei Drittel der deutschen Konsumenten (67 Prozent) sind mit der Onlineshopping-Experience der vergangenen Monate durchaus zufrieden. Nur drei Prozent von ihnen bemängeln ein negatives Einkaufserlebnis. Dennoch gibt es Potenzial für Verbesserungen: 30 Prozent beklagen sich über langsame oder fehlerhafte Produktseiten, 26 Prozent über zu lange Checkout-Prozesse und 26 Prozent über komplizierte Shop-Layouts während des Lockdowns.

Insgesamt bevorzugt die große Mehrheit der deutschen Konsumenten in den vergangenen Monaten Onlinemarktplätze wie Amazon oder eBay (57 Prozent) für den Internet-Einkauf. Die eigenen Websites der Händler (zehn Prozent) und Marken (drei Prozent) haben das Nachsehen und werden deutlich seltener genutzt. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Adobe Online Shopping Trends 2020“, für die im Juli 2020 über 1.000 deutsche Konsumenten befragt wurden.

Deutsche verschönern ihr Zuhause

Als beliebteste Produkte haben vor allem Kleidung (56 Prozent), Elektronikartikel (33 Prozent) und nicht verschreibungspflichtige Medikamente (30 Prozent) das deutsche Onlineshopping während des Lockdowns klar dominiert. Im Vergleich zu der Zeit vor Covid-19 sind während des Lockdowns vor allem die Online-Käufe in den Bereichen Lebensmittel (+54 Prozent) und nicht verschreibungspflichtige Medikamente (+47 Prozent) stark angewachsen. Für die kommenden Monate planen die Deutschen den Kauf von Produkten aus den Bereichen Heimwerken (21 Prozent) und Garten (20 Prozent), um sich das Zuhause zu verschönern.

Offensichtlich eine direkte Folge der gebremsten Reiselust: 52 Prozent der Deutschen werden in diesem Sommer nicht verreisen, sondern ihren Urlaub zuhause verbringen. Diejenigen, die trotz der Einschränkungen verreisen wollen, bleiben bevorzugt in Deutschland (29 Prozent) oder fahren mit dem eigenen Auto (68 Prozent). Nur 23 Prozent planen in diesem Jahr eine Flugreise.

„Der Onlinehandel kann den Trend der vergangenen Monate bestätigen und wird zum Standard unserer neuen Normalität. Wer die Customer Journey der eigenen Kunden versteht und reibungslose Interaktion an jedem Touchpoint anbieten kann, ist somit eindeutig im Vorteil“, so Christoph Kull, Vice President und Managing Director Adobe Central Europe bei Adobe. „Für Unternehmen ist der Ausbau ihrer digitalen Kundenbeziehungen und Absatzkanäle daher eine direkte Investition in die eigene unternehmerische Resilienz und Zukunft.“

Mehrwertsteuersenkung zeigt kaum Wirkung

Preis, Zeitersparnis und Abstand zu anderen sind die wesentlichen Gründe dafür, dass die Menschen weiterhin auf den Online-Handel setzen. Gleichzeitig wird das Konsumverhalten generell stärker reflektiert: 44 Prozent geben in der Umfrage an, seit dem Lockdown wesentlich bewusster einzukaufen. Jeweils mehr als jeder Zweite (57 Prozent) möchte mit seinem Online-Einkauf vor allem Unternehmen aus Deutschland unterstützen beziehungsweise einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Preis (54 Prozent), Zeitersparnis (52 Prozent) und Abstand zu anderen (50 Prozent) sind die wesentlichen Gründe dafür, dass die Menschen weiterhin auf den Onlinehandel setzen.

Die gesenkte Mehrwertsteuer hat nur wenig Einfluss auf die Einkaufsentscheidung: Aufgrund der aktuellen Preissenkungen kauft nur jeder zehnte Deutsche (10 Prozent) mehr Lebensmittel und Elektronikartikel ein. In allen anderen Produktkategorien bleibt die verkaufsfördernde Wirkung der Mehrwertsteuersenkung im einstelligen Prozentbereich.

Schlagworte: E-Commerce, Onlinehandel, Onlinemarktplätze, Studie, Coronakrise

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