Supply Chain

Cloudlösung sorgt für Transparenz auf Erden

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz kommt – und es betrifft sämtliche Branchen und Retailer. Welche Auswirkungen es auf Handel und Industrie hat.

Von Mark Zeller, COO F-Trace GmbH 14.03.2022

Bisher sind transparente Liefernetzwerke in nur wenigen Branchen Realität. Häufig fehlt es an digitalen Lösungen und der Fähigkeit, Lieferkettendaten automatisiert an nachfolgende Stufen weiterzugeben.

Ab Januar 2023 fallen alle in Deutschland ansässigen Unternehmen mit mindestens 3 000 Beschäftigten unter die rechtlich bindenden Vorschriften des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG). Indirekt erfasst das Gesetz jedoch auch alle anderen Teilnehmer der Liefernetzwerke. Zumal auf EU-Ebene eine vergleichbare Regulierung in Vorbereitung ist. Die gute Nachricht: Es existieren bereits Lösungen – und die Anforderungen sind nicht gänzlich neu.

In nur wenigen Branchen sind transparente Liefernetzwerke bereits Realität. Häufig fehlt es an digitalen Lösungen und der Fähigkeit, Lieferkettendaten automatisiert an nachfolgende Stufen weiterzugeben. Zudem entstehen durch ineffiziente Prozesse hohe Transferkosten, was sich, wenn es an den notwendigen Standards fehlt, in Form von Medienbrüchen bei der Erfassung, Speicherung und Nutzung der Daten zeigt. Auch mangelt es vielen dateneingebenden Unternehmen an Vertrauen – sie befürchten Nachteile durch die vermeintlich ungefilterte Weiterleitung von Lieferkettendaten.

Anforderungen an Liefernetzwerke steigen

Unabhängig davon ist das Bewusstsein bei den datenabfragenden Unternehmen am Ende der Lieferkette noch zu wenig ausgeprägt, die Anforderungen aus dem Lieferkettengesetz so gering wie möglich zu halten. Daher sollte das Ziel bei der Umsetzung des LkSG eine moderne, effiziente und praktikable Lösung sein. Umso wichtiger ist eine Implementierung auf digitaler Ebene unter Einbeziehung aller Beteiligten. Zur Realität gehört nämlich ebenso die Erkenntnis, dass kein Unternehmen die Anforderungen aus dem Gesetz allein bewältigen kann.

Um den Aufwand bei der Erfassung und Auswertung von Lieferkettendaten so gering wie möglich zu halten, sollten sich die Teilnehmer auf einheitliche ökologische und soziale Standards einigen. So lässt sich eine lückenlose Nachverfolgbarkeit vom Ursprung bis zum Endkunden gewährleisten und das Vertrauen stärken.

Ein Instrument, das Effizienz und Transparenz entlang globaler Liefernetzwerke erzeugt, bietet die GS1-Germany-Tochter F-Trace an. Unter dem Stichwort „Transparency“ unterstützt der standardisierte und dezentrale Ansatz die betroffenen Unternehmen bei der Erfüllung der Anforderungen des LkSG. Die cloudbasierte Lösung eignet sich für alle Händler und Hersteller entlang der Liefernetzwerke – unabhängig von Branchenzugehörigkeit, Unternehmensgröße und vom IT-Reifegrad.

Es bleibt festzuhalten, dass die Technologie keine entscheidende Herausforderung darstellt und etablierte Standards die Basis einer gemeinsamen „Sprache“ bilden. Mit vorhandenen, praktikablen Lösungen wie denen von F-Trace – von der Community für die Community entwickelt – können Unternehmen demnach für Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement relevante Daten effizient und strukturiert aus der Lieferkette abfragen, visualisieren und analysieren. Diese Synergieeffekte und Möglichkeiten gilt es zu nutzen. Schließlich sind die genannten Prinzipien keine Add-ons, sondern eine unternehmerische Pflicht – und alsbald eine Selbstverständlichkeit.

Unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten

Die vier wesentlichen Vorgaben, die das Gesetz Marktteilnehmern auferlegt:

- die Einführung von Prozessen, die zur Wahrung der Menschenrechte und Umweltstandards führen

- eine Grundsatzerklärung zur Einhaltung der Sorgfalts­pflichten

- die Einrichtung eines Risikomanagements sowie von Präventionsmaßnahmen im geschäftlichen Handeln samt Unterhalt eines Beschwerdesystems

- die Dokumentation und Kontrolle der Sorgfaltspflichten­erfüllung

Schlagworte: Lieferkette, Recht, Transparenz

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