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Brief an die Kanzlerin: Handel fordert Vorstellung einer Öffnungsstrategie am 3. März

26.02.2021

Zwischen Hoffen und Bangen schaut der Handel auf den 3. März. Dann berät Kanzlerin Merkel mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Coronakrise. Die Branche hat klare Forderungen an die Politk, die sie nun in einem Brief an die Bundeskanzlerin noch einmal bekräftigt hat.

Der Handel in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, am 3. März eine "vom Bund und von allen 16 Bundesländern getragene, einheitliche Öffnungsstrategie vorzulegen". Dem Handel und seinen Beschäftigen müsse endlich eine tragfähige Zukunftsperspektive geboten werden, verlangten der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, und zahlreiche Topmanager der Branche in einem Brief an die Kanzlerin.

Nach wie vor vermisse die Wirtschaft eine klug zwischen Bund und Ländern abgestimmte Politik mit Impfkonzept, angepassten Hygieneregeln, Teststrategien und App-Lösungen, die funktionieren und bei denen Datenschutzregeln temporär krisenbedingt zur besseren Rückverfolgbarkeit der Infektionen suspendiert würden, heißt es in dem Brief. Dabei könne auf diesem Weg sowohl dem Gesundheitsschutz als auch den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten des Lockdowns Rechnung getragen werden.

Branche beklagt fehlende Perspektive

Die vor einigen Wochen von Bund und Ländern getroffene Entscheidung, den pauschalen Lockdown trotz zurückgehender Zahlen bei den Neuinfektionen weitgehend unverändert fortzuführen, habe bei den betroffenen Händlern größtes Unverständnis ausgelöst, heißt es in dem Brief. "Es ist die fehlende Perspektive und die täglich wachsende Ungewissheit, die angesichts des drohenden Existenzverlustes die Kaufleute in Wut und Verzweiflung treibt."

Die Aussage, bei einem stabilen Wert von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche könne es zu weiteren Öffnungsschritten kommen, reiche für den Handel nicht. "Unsere Betriebe brauchen nachdrücklich Planungssicherheit, unter welchen Bedingungen und in welchem Zeitrahmen sie ihre Geschäfte wieder öffnen können."

Unterschrieben wurde der Brief unter anderem vom Chef der Otto-Group Alexander Birken, dem Chef der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) Klaus Gehrig, Edeka-Chef-Markus Mosa, Galeria-Karstadt-Kaufhof-Chef Miguel Müllenbach und Douglas-Chefin Tina Müller.

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