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Shoppingcenter

Branche im Wartemodus

Die Folgen der Corona-Pandemie bereiten dem stationären Handel große Schwierigkeiten. Das betrifft auch den Shoppingcenter-Markt, der aktuell kaum Dynamik aufweist. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland nur vier Neueröffnungen, so ein neuer Report des EHI.

27.04.2021

© Roman Milert/Stock Adobe

Durch die Auswirkungen der Krise und die stetig wachsende Konkurrenz aus dem Netz hat sich das Aussehen der neuen Center im Vergleich zu früheren Jahren verändert: die Fläche schrumpft.

Die derzeit widrigen Umstände sorgen für Unsicherheit und Zurückhaltung in der Branche, sodass sich die Projektentwickler momentan eher zurückhalten, wenn es um die Realisierung neuer Shoppingcenter geht. Auch hinsichtlich der Revitalisierung und Umgestaltung bestehender Center zeigt sich die Branche zurzeit eher verhalten. "Die vorherrschende Taktik der Projektentwickler ist es erstmal abzuwarten, wie sich die Lage in nächster Zeit weiterentwickelt", so EHI-Handelsexperte Marco Atzberger zu den Ergebnissen des aktuellen "Shopping-Center Reports 2021".   

Zum Jahresbeginn 2021 wurden in Deutschland 493 Shoppingcenter mit einer Mindestfläche von 10.000 Quadratmetern (Gesamtfläche aller existierenden Center: 15,9 Millionen Quadratmeter) betrieben. Im vergangenen Jahr kamen nur vier neue Shoppingcenter hinzu; 2019 waren es noch sechs Neueröffnungen. Im Laufe des Corona-Jahres 2020 wurden zwei Center in Baden-Württemberg und jeweils eins in Bayern und in Hessen eröffnet. Auch im laufenden Kalenderjahr wird im deutschen Shoppingcenter-Markt voraussichtlich nur wenig geschehen. Für 2021 sind aktuell nur zwei weitere Center-Realisierungen geplant. Für die Jahre nach 2021 sind dem EHI 14 weitere Planungen bekannt. 

Lebensmittelhandel als Ankermieter

Neuerdings gebe es auch eine deutliche Zurückhaltung hinsichtlich Revitalisierungen und Umgestaltungen von bestehenden Objekten, so die Handelsforscher. Im letzten Jahr umfasste die Liste der Revitalisierungsprojekte noch 42 Objekte. Ein Jahr später ist die Zahl auf 27 Objekte geschrumpft. In allen vier im Vorjahr neueröffneten Centern gehören großflächige Supermärkte zu den Magnetmietern. Das unterstreicht deutlich die hohe Relevanz des Lebensmittelhandels und der Nahversorgung für die Shoppingcenter-Branche.

Durch die Auswirkungen der Corona-Krise und die stetig wachsende Konkurrenz aus dem Netz hat sich das Aussehen der neuen Center im Vergleich zu früheren Jahren verändert. So bestätigt sich erneut der Trend zur Flächenverkleinerung bei Neueröffnungen, der sich seit einigen Jahren beobachten lässt. Zusammen besitzen die vier neuen Center eine Fläche von lediglich rund 70.000 Quadratmeter. Alle neuen Shoppingcenter liegen mit ihrer Fläche im Durchschnitt unter 20.000 Quadratmeter. Außerdem stehen bei den Investoren – abgesehen vom ECE-Center in Singen (Gesamtfläche: 22.590 Quadratmeter) – mehr denn je Fachmarktzentren und Quartiersentwicklungen im Fokus. Mischnutzung, also die Vermischung von Einzelhandel und Gastronomie mit beispielsweise Kultur-, Dienstleistungs- und Gesundheitsangeboten, ist aktuell ein wichtiges Stichwort in der Branche. 

Der nun veröffentlichte "Shopping-Center Report" in der Printausgabe setzt die seit den Neunzigerjahren bestehende Reihe fort und dokumentiert die Marktentwicklung, Projekte und Vorhaben bis zum Jahresstart. In der dazugehörigen Onlineversion werden die verfügbaren Zahlen zu allen bestehenden Centern aktuell erfasst und neue Entwicklungen seit Beginn der Corona-Krise aufgenommen. Der Report ist im EHI-Shop erhältlich.

Schlagworte: Shoppingcenter, EHI Retail Institute, Coronakrise, Coronavirus

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