Freitag, 18. Mai 2012
Bildquelle: Krone GmbH
Logistik

Grüne Wege

Wenn alle an einem Strang ziehen, dann wird die Versorgung der Bevölkerung ökologisch immer sauberer. Technik, Trends und Meinungen.
Text: Bernd Liening, 15. Oktober 2010
Für den Einzelhandel ist eine effiziente Logistik unverzichtbar. „Die Bereitstellung der Waren und Produkte zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität und Menge am richtigen Ort ist und bleibt eine große Herausforderung für den Handel. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund des nachhaltigen Handelns", sagt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE). Gerade in der Warenlogistik ist die ökologische Verantwortung des Handels von besonderer Bedeutung und Reichweite. Genth: „Für die Verbraucher ist das nächste Geschäft in der Regel nicht weit entfernt. Das bedeutet aber auch, dass die Waren zumindest auf den letzten Meilen zu den Läden per Lkw transportiert werden müssen.

Deshalb wird auch in Zukunft der Lkw eine besondere Rolle bei der Filialbelieferung spielen." Genth betont außerdem, dass die Handelsunternehmen gerade bei der Handelslogistik ihre Verantwortung für Nachhaltigkeit ernst nehmen. Ob CO2-neutrale Transporte, Laderaumoptimierung, RFID-Technik oder Mehrkammerkühlfahrzeuge: Die Branche mache deutlich, was sie zu leisten im Stande ist, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen den Handlungsspielraum nicht ungerechtfertigt einschränken. Aufgrund der differenzierten Logistikkonzepte, mit denen der Handel seine Waren bewegen muss, sind in technischer und organisatorischer Hinsicht auch verschiedene Lösungen zur Reduzierung von Treibstoffverbrauch und CO2-Ausstoß erforderlich.

Elektroantriebe mögen im eng begrenzten Zustellservice in der City ein Weg sein — im Fernverkehr sind jedoch ganz andere Lösungen erforderlich. Auf der 63. IAA Nutzfahrzeuge war ein Trend klar erkennbar: Das Nutzfahrzeug wird noch effizienter und klimafreundlicher, braucht immer weniger Kraftstoff. „Wenn ein leichter Transporter weniger als 5 l Kraftstoff auf 100 km benötigt oder ein leichter Truck mit weniger als 7 l auskommt, dann sind das handfeste Belege für die Fortschritte beim Klimaschutz und Verbrauch", sagt Matthias Wissmann, Präsident des Automobilherstellerverbandes VDA. Beim Transporter sind die alternativen Antriebe — Hybrid, Elektro, Wasserstoff — auf dem Vormarsch, beim schweren Lkw auf der Langstrecke hingegen ist der sogenannte „Clean Diesel" am wirtschaftlichsten.

Welche fahrzeugtechnischen Möglichkeiten es im typischen Verteilerverkehr des Einzelhandels heute gibt, zeigt der neue Mercedes-Benz Atego Zwölftonner, der zur IAA Nutzfahrzeuge zum „Truck of the Year 2011" gewählt worden ist. Nutzfahrzeug-Fachjournalisten aus 23 europäischen Ländern würdigten damit die innovative Technik. Begründung: „Zum einen erhält der Fahrer im Verteilerverkehr jetzt eine Ausstattung, die vor kurzem den Profis im Fernverkehr vorbehalten war. Zum anderen treibt der Parallel-Hybridantrieb die Reduzierung der CO2-Emissionen von Nutzfahrzeugen innerhalb der Europäischen Union voran." Der Atego Hybrid erreicht im Verteilerverkehr Einsparpotenziale von 10 bis 15 Prozent bei Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen.

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