Freitag, 18. Mai 2012
Bildquelle: Fotolia
Ladenbau

Die neue Mitte

Die Generation 55+ ist eine kaufkraftstarke Zielgruppe, auf die sich auch der Ladenbau langsam einstellt. Christine Neubauer, Iris Berben, Sky Dumont sind Prominente, denen man ihr Alter nicht ansieht.
Text: Angela Krause, 18. Mai 2011
Doch nicht nur bei den Celebrities lässt sich dieses Phänomen beobachten: Menschen, die älter als 55 Jahre sind, die sogenannte Generation 55+, sind gesünder, attraktiver, vitaler — und sie verfügen über mehr Geld als jemals zuvor. Durch ihre überdurchschnittliche Kaufkraft wird die Generation 55+ zu einer attraktiven Zielgruppe für den Einzelhandel. So zeigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, dass die 55– bis 65-Jährigen mit knapp 2.360 Euro monatlich pro Haushalt mehr für den Konsum aufwenden als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Zudem geben sie den größeren Teil ihres verfügbaren Einkommens aus. Haushalte mit einem Einkommensbezieher über 65 verwenden durchschnittlich sogar 82 Prozent ihres Einkommens für den Konsum, bei den Privathaushalten sind es nur 75 Prozent.
Doch während sich Banken, Versicherungen und Touristikanbieter bereits auf die besonderen Bedürfnisse der älteren Kundschaft eingestellt haben, haben Handelsunternehmen und Konsumgüterhersteller Nachholbedarf, so die Studie „Generation 55+ — Chancen für Handel und Konsumgüterindustrie" von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Universität St. Gallen.  Da die Generation 55+ eine sehr heterogene Zielgruppe ist, sollten Unternehmen kein reines „Altersmarketing" betreiben.

Das „gefühlte Alter" und nicht etwa das biologische sowie die spezifischen Lebensstile der einzelnen Kundengruppen eines Unternehmens sind entscheidend für eine erfolgreiche Zielgruppenansprache. Die Generation 55+ fühlt sich weder von junger, dynamischer Werbung angesprochen, noch möchte sie explizit als „alt" bezeichnet werden, denn sie fühlt sich nicht so. Die neuen Alten sind die neue Mitte und möchten auch so behandelt werden. „Zu junge und dynamische Werbung erreicht die Zielgruppe ebenso wenig wie eine allzu beschauliche Inszenierung des Lebensabends. Ein erfolgreiches Marketing spricht ältere Konsumenten als Mitte des Marktes an", so PwC-Experte Gerd Bovensiepen.

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