Freitag, 18. Mai 2012
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Mia Electric: französisches Citymobil. (Bildquelle: Heuliez)
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Tango T 600: schmales Ding. (Bildquelle: Communter Cars)
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Electric Lightning: britische Antwort. (Bildquelle: Electric Lightning )
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Mercedes-Benz SLS AMG E-Cell: legendäre Flügel. (Bildquelle: Daimler Benz)
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Nissan Leaf: gut informiert. (Bildquelle: Nissan)
Nutzfahrzeuge

Unter Strom

Öko ist in, auch bei immer mehr Autofahrern. Entsprechend bieten inzwischen die meisten Hersteller emissionsfreie Elektro-Fahrzeuge an.
Text: Gerhard Prien, 16. März 2011
Ein Elektro-Fahrzeug, „Jamais contente", war das erste Landfahrzeug, das schneller als 100 km/h fuhr. Das torpedoförmige Mobil schaffte schon vor mehr als einem Jahrhundert, am 29. April 1899, genau 105,3 km/h. Ab 1992 spulten auf der Ostsee-Insel Rügen 60 Elektro-Fahrzeuge über 1,3 Mio. Testkilometer ab. Heute reicht die Bandbreite der Stromer vom skurrilen, dreirädrigen Kleinstmobil bis zum Sportwagen. Eines haben sie gemeinsam: Alle sind emissionsfrei unterwegs.

Bei den Zweirädern ist E-Mobilität inzwischen ein Renner, bei elektrisch angetriebenen E-Bikes und E-Roller. Bei Personenwagen ist es noch nicht ganz soweit: Gerade mal knapp 1.600 rein elektrisch betriebene Autos fahren bisher auf deutschen Straßen. Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, sollen es im Jahr 2020 bereits 1 Mio. E-Autos sein. Einige davon werden unter saarländischer Beteiligung entstehen. Der Merziger Pharma-Unternehmer Edwin Kohl mischt bei den Elektro-Autos mit. Als Hersteller übernahm er die Elektroauto-Sparte des insolventen französischen Karosserieherstellers Heuliez. Am neuen Unternehmen mit dem Namen Mia Electric hält Kohl 73 Prozent, rund 10 Mio. Euro soll ihn sein Engagement gekostet haben. Das Projekt Mia startete im Jahre 2007. Mittlerweile läuft der Countdown für das neue Elektro-Auto.

Der Verkauf des emissionsfreien Citymobils an private Kunden soll 2012 beginnen. Augenfälligstes Merkmal des Mia sind sein zentraler Fahrersitz sowie Schiebetüren auf beiden Fahrzeugseiten. Angeboten wird das E-Auto in einer 287 cm kurzen Version, außerdem in zwei 319 cm „langen" Varianten: Als viersitziger Mia L (mit drei Rücksitzen) und als Kastenwagen. Der bietet einen 1.500 l fassenden Laderaum und bis zu 360 kg Zuladung. Mia ist 155 cm hoch und 164 cm breit. Mit der Standardbatterie wiegt das Fahrzeug 825 kg (Kastenwagen 835 kg). Der 18 kW starke Motor soll es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometer bringen. Mia ist mit einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie ausgerüstet. Mit der Standardbatterie (8 kWh) ist eine Reichweite von bis zu 100 km möglich, die Batterie soll in 2,5 Stunden vollständig aufgeladen sein. Kurzladungen sind möglich, 10 Min. Ladezeit sollen für rund 8 km Fahrstrecke reichen.

Neben der Standardbatterie ist eine größere Batterievariante (12 kWh) verfügbar. Fahrerairbag und ABS-Bremssystem gehören zur Standardausstattung. Der Preis für die Basisversion des Dreisitzers liegt bei 19.500 Euro, der Strom für 100 km Fahrstrecke soll etwa 1,50 Euro kosten. Doch auch anderswo werden E-Fahrzeuge, dreirädrig oder vierrädrig, gebaut. Mittlerweile befassen sich die Großen der Branche mit dem elektrisch angetriebenen Auto, allen voran die Japaner und Franzosen. Dabei haben die deutschen Hersteller — was etwas in Vergessenheit geraten ist — schon vor gut zwei Jahrzehnten erste Erfahrungen mit E-Fahrzeugen gesammelt. Doch die Lorbeeren ernten heute vor allem die Hersteller aus dem Ausland, etwa Citroën. Gemeinsam mit dem japanischen Autohersteller Mitsubishi und mit Peugeot haben die Franzosen den C-Zero entwickelt (der bei Mitsubisi i-Miev heißt, bei Peugeot kommt er als iOn). Der Stadtwagen mit 47 kW (64 PS) bietet eine Reichweite von 130 km, Ende des Jahres soll er auf den Markt kommen. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h, der Preis startet ab 35.165 Euro.

Eine gute Nummer kleiner ist das CityEl, von dem bisher mehr als 6.000 Exemplare verkauft worden sind. Das dreirädrige Leichtmobil mit Elektroantrieb bietet lediglich Platz für eine Person. Das skurrile Gerät wiegt gerade mal 400 kg, die Bauweise aus Kunststoff macht es möglich. Die Höchstgeschwindigkeit des von einem 4,5 kW/6 PS „starken" Motor angetriebenen Mobils liegt bei 63 km/h, damit ist das Einsatzgebiet eindeutig auf den innerstädtischen Einsatz begrenzt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen 45 und 63 km/h, die Reichweite bei bis zu 120 km. Das CityEl ist ab 9.999 Euro zu haben.

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