Nutzfahrzeuge
Doppelherzen
Hybriden kombinieren einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor. Das schont die Umwelt — aber leider noch nicht so sehr den Geldbeutel.
Text: Gerhard Prien,
16. März 2011
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Hybrid-Autos liegen voll im Trend. Vor allem im Kurzstreckenbetrieb in der Innenstadt bieten sie deutliche Umweltvorteile. Führend sind die Japaner, allen voran Honda, Toyota und Lexus. Mittlerweile bieten aber auch die deutschen Automobilhersteller erste Hybrid-Modelle an — etwa der Audi A8 Hybrid. Er soll mit 6,2 l Kraftstoff eine Fahrstrecke von 100 km schaffen. Die im Frühjahr 2010 als seriennahe Studie vorgestellte Oberklasse-Limousine, ein Voll-Hybrid, soll auch 2 km weit rein elektrisch fahren. Der Hybridantrieb ist für rein elektrisches Fahren bis 65 km/h ausgelegt. Danach übernimmt der Verbrennungsmotor die Antriebsarbeit alleine. Geht der Fahrer vom Gas, wird der Verbrennungsmotor vom Antriebsstrang abgekoppelt — der Wagen „segelt". Der Fahrer kann, wenn es die Bedingungen erlauben, den Elektro-Modus über eine separate E-Taste im Cockpit aktivieren Der Vierzylinder holt aus 1.984 ccm Hubraum eine Leistung von 155 kW (211 PS). Das maximale Drehmoment liegt bei 350 Nm, die zwischen 1.500 und 4.200 U/min anfallen. Zusätzlich kommt ein Elektromotor mit 33 kW (45 PS) zum Einsatz, der ein maximales Drehmoment von 211 Nm zur Verfügung stellt. Die Höchstgeschwindigkeit des frontgetriebenen Ingolstädters liegt bei 235 km/h.Gleich zwei Elektromotoren, kombiniert mit einem V8: Das ist das Rezept der Münchener Autobauer für den BMW Active Hybrid X6. In der Praxis soll das eine Verbrauchseinsparung von 20 Prozent und einen Verbrauch von 9,9 l auf 100 km ergeben. Bis 60 km/h kann der allradgetriebene X6 elektrisch fahren — oder mit dem Achtzylinder oder mit der gebündelten Kraft beider Antriebsarten. Der Achtzylinder-Benzinmotor ist mit seinen 4.395 ccm Hubraum schon alleine 300 kW (407 PS) stark. Zusammen mit dem E-Antrieb gibt es eine Systemleistung von satten 357 kW (485 PS) und ein maximales Drehmoment von üppigen 780 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit des allradgetriebenen BMW liegt bei 236 bzw. 250 km/h. Der Preis für den Hybrid X6 startet bei 102.900 Euro. Sparen kann man bei BMW auch in der Luxusklasse, mit einem Mild-Hybrid mit Achtzylinder-Benziner und Drehstromsynchron-Elektromotor. Beim Active Hybrid 7 muss man aber erst mal investieren. Der Luxusdampfer ist zum Preis ab 105.900 Euro zu haben. Bei der Oberklasse-Limousine wirkt der E-Motor unterstützend beim Anfahren und Beschleunigen. Dabei wäre man auch mit dem Achtzylinder und seinen 330 kW (449 PS) sicher mehr als flott unterwegs. Mit dem E-Motor — Leistung: 15 kW (20 PS) — liegt das maximale Drehmoment bei prallen 700 Nm (Systemleistung). Preis für den Hecktriebler mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h: ab 105.900 Euro.
In den USA sitzt Fiskar. Das Unternehmen wurde im Jahr 2007 gegründet, seither arbeitet man am Karma — so heißt die Luxus-Limousine, die mit 3,5 l Kraftstoff 100 km Fahrstrecke schaffen soll. Der Plug-in-Hybrid kommt, so verspricht der Hersteller, mit seinen beiden Elektromotoren auch elektrisch rund 80 km weit — und das völlig emissionsfrei. Sind die Akkus erschöpft, schaltet sich der Vierzylinder-Benziner mit 2 l Hubraum zu. Die Leistung des Benziners liegt bei 191 kW (260 PS), die beiden Elektromotoren sollen je 150 kW (204 PS) bringen. Als Spitze bringt es der heckgetriebene Karma auf 200 km/h. Preis des US-Hybriden: ab 94.000 Euro.
Beim Honda Civic 1.3i IMA unterstützt ein 15 kW (20 PS) starker Elektromotor den 70 kW (95 PS) leistenden Vierzylinder-Benziner mit 1.339 ccm Hubraum. Damit fährt der frontgetriebene Kompakt-Japaner, der ab 23.990 Euro zu haben ist, mit der leistungsstärksten Variante des Honda Hybrid-Systems. Er bringt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Mit dem CR-Z präsentiert der japanische Autobauer ein sportliches Coupé mit Hybridantrieb. Dem Vierzylinder mit 1,5 l Hubraum und 84 kW (114 PS) steht ein 10 kW (14 PS) leistendener E-Motor zur Seite. Der 2+2-Sitzer ist ab 21.990 Euro zu bekommen und soll auf 100 km nur 5 l Kraftstoff verbrauchen. Je nach Situation kann der Fahrer des frontgetriebenen Hybrid-Sportlers zwischen drei Fahrmodi wählen. Die Spitze liegt bei 200 km/h. Nummer drei im Hybrid-Angebot von Honda: der Insight 1.3 Hybrid. Drehstrom-Elektromotor, ein Benziner mit 1,3 l Hubraum — 65 kW (88 PS) Leistung — plus ein stufenloses Automatikgetriebe, das sind die Zutaten für den Insight Hybrid. Bei Geschwindigkeiten bis um die 40 km/h wird der Japaner elektrisch angetrieben, bei höherem Tempo übernimmt alleine der Benziner den Vortrieb des Wagens, dessen Preis bei 19.950 Euro liegt. Bis zu 182 km/h schafft der Insight, sein Verbrauch soll bei rund 4,4 l auf 100 km liegen.
Eine ganze Reihe von Hybrid-Modellen im Programm hat Lexus, die Nobel-Division von Toyota. Eine gute Nummer kleiner als bisher gewohnt, tritt das Unternehmen mit dem CT 200h im Rennen um die Käufergunst an. Damit steigt der Hersteller, einer der Pioniere der Hybrid-Technik, jetzt auch in die Kompaktklasse ein. Neben dem E-Motor gibt es einen 1,8 l Benziner für den „Kleinen" der japanischen Marke. Der Vierzylinder bringt es auf 73 kW (99 PS) und ein maximales Drehmoment von 142 Nm bei 4.000 U/min. Dazu gibt es einen Elektromotor mit 60 kW (82 PS) und einem maximalen Drehmoment von 207 Nm. Der Fronttriebler bringt es zu einem Preis ab 28.990 Euro auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h.
Gleicher Hersteller, andere Fahrzeugklasse: Mit dem GS 450h hat Toyotas Schwestermarke schon die zweite Generation des „Lexus Hybrid Drive" auf dem Markt. Bis rund 45 km/h kann das Fahrzeug rein elektrisch bewegt werden. Bei höheren Geschwindigkeiten kommt der Sechszylinder-Benziner mit seinen 3.456 ccm Hubraum zum Einsatz. Seine Leistung liegt bei 218 kW (296 PS). Damit schafft der GS 450h eine Spitze von 240 km/h. Der Kraftstoffverbrauch des heckgetriebenen Lexus soll noch unter 8 l auf 100 km Fahrstrecke liegen. Preis: ab 60.810 Euro.
Ab 92.300 Euro gibt es bei Lexus mit dem LS 600 h einen Achtzylinder-Benziner mit 4.969 ccm Hubraum, kombiniert mit einem 165 kW (224 PS) starken Elektromotor, der seine Kraft auf die Hinterräder loslässt. Der reine Elektrobetrieb des japanischen Luxus-Hybriden ist bis zu einer Geschwindigkeit von rund 45 km/h möglich. Darüber übernimmt der Benziner mit seinen 290 kW (394 PS) den Vortrieb. Der LS 650 h fährt mit Heck- bzw. Allradantrieb und bis zu 250 km/h schnell.
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