Freitag, 18. Mai 2012
Bildquelle: Bildschön/Metro
Mittwochsgesellschaft

Aus Erfahrung gut

Die Mittwochsgesellschaft des Handels bot dem Nachhaltigkeitsgedanken einmal mehr Raum zur Diskussion.
Text: Andrea Kurtz, 22. Juli 2011
„Du musst dein Leben ändern.“ Dieser Satz ist zwar nicht von Hans-Peter Repnik, dem Vorsitzenden des Rates für Nachhaltige Entwicklung und damit Beratungsgremium für die Bundsregierung und das Parlament. Aber so überzeugt, fast schon innerlich beseelt, wie sich Repnik als Redner und Diskutant bei der Berliner Mittwochsgesellschaft des Handels, vom Gedanken an nachhaltiges Leben und Wirtschaften zeigte, würde er die eingangs zitierte Aufforderung des Philosophen Peter Sloterdijk sicher sofort unterschreiben. Der Jurist Hans-Peter Repnik, 25 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestags für die CDU/CSU-Fraktion, zehn Jahre lang sogar im Bundesvorstand, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat sich der Nachhaltigkeit schon früh verschrieben und sich seit den 80er-Jahren mit seinen Mitstreitern für verbindliche Abkommen zwischen den Länder eingesetzt. Die UN-Weltklimagipfel, allen voran die K yoto-Konferenz, sind für ihn Meilensteine seiner eigenen Überzeugungsarbeit. Heute, als Chef des Rates für Nachhaltige Entwicklung — kurz „Der Rat“ genannt —, berät er nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern erarbeitet auch mit seinen Kollegen Verhaltenskodizes für Unternehmen. „Es ist seit 1987 etwas passiert“, meint Repnik optimistisch. Er sehe einen anderen Umgang mit Ressourcen, erkenne, dass Investoren andere Schwerpunkte setzten, der institutionelle Wandel stattgefunden habe.

Großes Lob erntete der Handel von dem Nachhaltigkeitsexperten. Ein Anteil von 8 bis 12 Prozent an Bio-Produkten im Handel — so seine Zahlen — sei außerordentlich erfreulich. Der Einsatz der Discounter für Bio-Produkte sei entscheidend gewesen, aber auch der gesamte Einsatz der Branche in Bezug auf Energiesparmaßnahmen oder ökologisches Bauen hätte ein Umdenken bei den Kunden befördert. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bestätigt: „Der Handel kümmert sich.“

„Natürlich bin ich Politiker, aber ich bin auch Großvater“, erläutert Repnik, der 2001 in den Rat berufen wurde. „Unsere Taten haben Folgen, die unsere Kinder zu tragen haben werden.“ Deswegen ist er besonders stolz auf die aktuelle Aktion „Vision 2020“, für die der Rat 80 junge Leute unter 27 Jahren zusammengetrommelt hat. Sie sollen ihre Vorstellungen vom Leben im Jahr 2050 diskutieren. „So bekommen wir quasi eine Leitlinie für das, was junge Menschen von unserer Generation erwarten“, sagt Repnik. Der Dialog wird derzeit ausgewertet, im Herbst wird der Rat die Ergebnisse vorstellen.

  www.berlinermittwochsgesellschaft.de

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