Freitag, 18. Mai 2012
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Standpunkt

Quo vadis?

Wie wollen wir in fünf, zehn, 15 Jahren leben? Und vor allem wo? Das sind die Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Und zwar nicht irgendwann in der Zukunft, sondern hier und heute.
Text: Stefan Genth, 18. Mai 2011
Denn der Wandel hat schon längst begonnen. Deutschland verändert sich. Das Stichwort lautet hier „Demografie". Die vielen Studien, die die Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte skizzieren, sind sich in einem einig: Die Bundesbürger wird es verstärkt in Metropolregionen ziehen — dorthin, wo es Arbeit, Kultur und Infrastruktur gibt. Viele ländliche Regionen werden in einen Dornröschenschlaf versinken. Dies sind Entwicklungen, die große Auswirkungen auf den Einzelhandel haben werden. Die Händler müssen zwei Fragen beantworten: Wohin zieht es meine Kunden? Und wie bekomme ich die besten Mitarbeiter?

Alle Unternehmen werden sich diesen Fragen stellen müssen, die großen ebenso wie die inhabergeführten mittelständischen Facheinzelhandelsunternehmen. Und die Antworten sind ihre Strategie für die Zukunft. Dabei wird das Internet eine große Rolle spielen — eine weit größere als heute. Einkaufserlebnis, Werbung, Kundenbindung: Handel ohne Internet wird dann Geschichte sein. Aber die Geschäfte in den Städten werden nicht verschwinden. Es wird vielmehr ein Zusammenspiel von Online- und Offlinehandel geben. Das setzt attraktive, prosperierende Städte voraus, mit einem Mix aus Wohnen, Arbeiten, Leben und Einkaufen, der stimmt. Hier werden die Weichen heute gestellt. Die Politik sucht Antworten auf den Wandel. Mit dem Weißbuch Innenstadt und der Baunutzungsverordnung will sie die Rahmenbedingungen setzen, die die Entwicklung der Städte, des Handels und der ansässigen Wirtschaft lenken.

Und den Verkehr. Aber sie gibt keine Antwort auf die großen Fragen. Noch lassen die vorgeschlagenen Rahmenbedingungen keine Vision von den Städten der Zukunft erahnen. Das kann und darf auch nicht Aufgabe der Politik alleine sein. Wir, Bürger und Unternehmen, sind gefragt. Wie wollen wir leben? Die Antwort müssen wir gemeinsam finden. Fangen wir an — sagen Sie uns, welche Vorstellungen Sie von der städtischen Entwicklung haben, welche Rahmenbedingungen für Sie wichtig sind, wo Sie Probleme sehen und wo Chancen. Was können und wollen Sie als Händler beitragen und wo sehen Sie die anderen Wirtschaftsbereiche, Bürger und Kommunen in der Pflicht? Sie erreichen mich per E-Mail oder auf der Facebook-Seite „Handelsverband Deutschland — HDE". Ich bin gespannt auf Ihre Antworten und Ideen.

Zitat


„Die Politik gibt keine Antwort auf die großen Fragen."
Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer

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