Freitag, 18. Mai 2012
Kommentar

Multikausal

Alles hängt irgendwie mit allem zusammen, nur weniges lässt sich monokausal erklären. Denken wir an den berühmten Schmetterling, der in China flattert und dann in Europa ungeahnte Wetterkapriolen auslöst.
Text: Nicole Ritter, 15. Oktober 2010
In diesem Jahr war es so: Naturkatastrophen fast überall auf dem Globus haben Menschenleben gekostet und Lebensräume vernichtet, und sie haben Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft (s. S. 32). Denn wo Rohstoffe knapp werden, steigen die Preise. Das lässt sich nicht wegdiskutieren, auch wenn Erzeuger, Industrie und Handel sich um Schadensbegrenzung bemühen und versuchen, die Preise stabil zu halten: Das ist ein Unterfangen, das angesichts der Unberechenbarkeit der Naturgewalten kaum zu bewerkstelligen ist.

Es wirken aber noch andere Kräfte, und die wären sehr wohl von Menschenhand zu beeinflussen. Nach wie vor treiben Hedgefonds die Rohstoffpreise in die eine oder andere Richtung, und es sind eben nicht Naturkatastrophen allein, die auf die Märkte einwirken. Die Politik betrachtet das mit Skepsis. Zu Recht, denn die Gefahr der Überregulierung allein darf nicht bedeuten, dass Märkte von Menschen gesteuerten Kräften ausgesetzt sind, als wären es Naturgewalten.

Nicole Ritter
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