Freitag, 18. Mai 2012
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ECC-Forum

Shopping-Wolken

Die sozialen Netzwerke verändern das Einkaufsverhalten. Sie verbinden Online- und Offline-Handel.
Text: Nicole Ritter, 17. Oktober 2011
Glaubt man Achim Himmelreich, so kann der stationäre Einzelhandel aufatmen. Blickten viele Händler bisher auf die wachsende Konkurrenz im E-Commerce, schließen nicht nur Smartphones und Tablet-PCs in Zukunft eine Lücke, sondern auch die sozialen Netzwerke: „E-Commerce“, sagt der Partner der Münchner Beratungsagentur Mücke Sturm & Company, „bedeutet in Zukunft: Everywhere-Commerce.“ Zuhause am PC, unterwegs über mobile Internetzugänge — aber eben auch ganz klassisch im Laden. Die Chance für den stationären Handel sei es, mittels mobiler Anwendungen die Informationsbarriere zwischen dem stationären und dem Onlinehandel zu überwinden. „Der klassische Kunde ist nicht mehr über einen bestimmten Kommunikationskanal zu erreichen“, sagt Himmelreich, „sondern in einer Informationswolke“. Smarte Computeranwendungen lassen den Übergang zwischen der realen und der digitalen Welt fließen. Einkaufsprozesse können an beliebigen Orten beginnen und enden — eben auch im klassischen Geschäft. „Verfügbarkeit ist immer noch ein klassischer Treiber für den lokalen Kauf“, berichtet Kai Hudetz aus einer aktuellen Studie des ECC Handel. „Mobile Commerce kommt wirklich“, ist Hudetz überzeugt, „und es ist eine Chance für den lokalen Handel.“

Die Einsatzmöglichkeiten sind so simpel wie die Smartphones selbst, das zeigen einige praktische Beispiele, die beim 20. Forum des E-Commerce-Center Handel in Köln vorgestellt wurden. Etwa die Plattform Coupies: Ein „Self-Service-Tool“, beschreibt Coupies-PR-Manager Thomas Engel — ein einfach zu bedienendes Couponing-System, bei dem auch Händler mit einem einzelnen Geschäft eine überdurchschnittlich junge, zahlungskräftige Zielgruppe erreichen können: Die „Generation iPhone“. Die Nutzer von Coupies sind zu 77 Prozent zwischen 19 und 39 Jahre alt, surfen zu 60 Prozent täglich mobil im Internet.

Oder Shopgate: „Jede Werbefläche ist ein Point of Sale“, sagt Shopgate-Erfinder Andrea Anderheggen. Das Startup, das der ehemalige Vorstand von Payment Network (Sorfortueberweisung.de) erst im vergangenen Jahr gemeinsam mit zwei Partnern gründete, setzt auf den QR-Code. Seine Idee: „Jede Werbefläche mit einem QR-Code versehen und mit einer Applikation verbinden.“ Über den QR-Code gelangen die Smartphone-Nutzer auf mobile Shopseiten, erhalten Gutscheine oder spezielle Informationen.

Im Idealfall funktionieren diese neuen Marketinginstrumente perfekt in der Verknüpfung mit Facebook. „Social Media bringt fundamentale gesellschaftliche Veränderungen mit sich“, konstatiert Frank Horn, Marketingdirektor International bei Henkel und verantwortlich für sämtliche digitalen Aktivitäten. Seine Beobachtung ist: „Die Menschen wollen teilnehmen“ und kommunizieren ständig über die sozialen Netzwerke, vor allem über Facebook. „Wir informieren uns bei denen, denen wir vertrauen“, glaubt auch Mücke-Sturm-Berater Achim Himmelreich. Und das geschieht heute eben online.

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F-Commerce



Facebook-Nutzer und Unternehmen sehen das Netzwerk als einen Shoppingkanal der Zukunft an. Nach einer Studie der Werbeagentur BBDO glauben 70 Prozent der Facebook-Freunde, dass der sogenannte „F-Commerce“ ein wichtiger Bestandteil des Internethandels werden wird, 8 Prozent haben bereits in einem F-Shop gekauft. Zwei Drittel der Befragten können sich gut vorstellen, Gutscheine, Tickets oder Eintrittskarten über Facebook zu kaufen. Drei Viertel aller Facebook-Nutzer seien mit einer Marke „befreundet“, etliche Unternehmen, auch aus dem Handel, liebäugeln mit dem Einstieg in den Verkauf über die Plattform. Sie könnte sich damit zu einer ernsthaften Konkurrenz von E-Bay entwickeln, glauben die Experten. Bislang nutzen Firmen Facebook vor allem für ihr Marketing. Damit sich Facebook als Handelsplattform etablieren könne, müssten aber Sicherheit und Datenschutz Priorität bekommen.

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