Donnerstag, 24. April 2014
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GFK

Konsumoptimismus in Deutschland

Die Marktforscher der GfK erwarten für 2012 bei den Ausgaben der deutschen Privathaushalte eine Zunahme um 1 Prozent. Dank der positiven Lage am Arbeitsmarkt ist die Konsumlaune hierzulande deutlich stärker als bei den europäischen Nachbarn.
Text: Silke Bohrenfeld, 09. Februar 2012
Zwar war 2011 wegen der Eurokrise und wegen Warnungen über einen möglichen Einbruch der Weltwirtschaft für die Deutschen ein Wechselbad der Gefühle. Gleichzeitig sank die Zahl der Arbeitslosen hierzulande auf einen Rekordstand von weniger als 3 Mio. und die deutsche Wirtschaft wuchs mit einem Plus von 3 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt kräftig.

Der stabile Arbeitsmarkt beflügelte in Deutschland die Hoffnung auf steigende Einkommen, ganz anders als im Rest Europas. In der Vergangenheit hätte man erwartet, dass die Deutschen in einer solchen Situation verstärkt sparen, um sich ein Sicherheitspolster für die befürchtete Wirtschaftsflaute zu schaffen. Angesichts historisch niedriger Zinsen und einem starken Vertrauensverlust in den Finanzmarkt sank die Sparneigung der Deutschen im letzten Jahr jedoch drastisch.

Im Gegenzug stieg die Anschaffungsneigung weiter und behauptete sich auf einem konstant hohen Niveau. Im Jahresdurchschnitt erreichte der Indikator in Deutschland +34 Zähler und damit einen absoluten Spitzenwert in Europa. Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender der GfK, kommentiert: "Galten die Deutschen früher als Angstsparer, sind sie mittlerweile die Konsumoptimisten Europas. Sie investieren ihr Geld in werthaltige Anschaffungen wie Immobilien, Kraftfahrzeuge oder langlebige Gebrauchsgüter und kurbeln die Binnennachfrage kräftig an."

Dank der Zunahme des privaten Konsums und der wettbewerbsfähigen Exportwirtschaft stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt im letzten Jahr um 3 Prozent und damit deutlich stärker als bei den meisten europäischen Nachbarn. Dies sorgte für eine merkliche Entspannung am Arbeitsmarkt, die auch in diesem Jahr weiter nachwirkt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Deutschen an die Einkommensentwicklung.

Diese positiven Vorzeichen für den privaten Konsum werden allerdings durch die deutlich schlechteren gesamtwirtschaftlichen Prognosen gebremst. Aufgrund der schwächelnden Weltwirtschaft und der hierdurch sinkenden Exporte wird für das Bruttoinlandsprodukt 2012 nur noch mit einem Anstieg von rund 0,6 Prozent gerechnet. Auch scheint eine schnelle Lösung der Euro- und Staatschuldenkrise nicht in Sicht.

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