Donnerstag, 17. Mai 2012
Bildquelle: iStockphoto
Arbeitnehmer

Verzicht auf Urlaub

Die Arbeitnehmer in Deutschland verzichten vor allem in kleineren Unternehmen häufig auf ihnen zustehenden Urlaub.
22. Dezember 2011
Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Arbeitsmarktökonomen Daniel Schnitzlein am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Der tatsächlich genommene Urlaub lag im Jahr 2009 durchschnittlich drei Tage unter dem Urlaubsanspruch. Das ergab eine Auswertung der Langzeiterhebung des Sozioökonomischen Panels. Vor allem jüngere Arbeitnehmer haben danach etliche Resturlaubstage.

"Es könnte sein, dass besonders die Jüngeren Verzicht auf Urlaub als Investition in ihre Karriere verstehen", vermutet Schnitzlein. Dafür spräche, dass sich Verzicht auf Urlaub positiv auf das Einkommen auswirkt. Diejenigen unter den Befragten, die ihren Urlaub nicht voll ausgeschöpft hatten, erhielten laut der Erhebung im Folgejahr einen um 39 Cent höheren Stundenlohn als diejenigen, die ihren Urlaub komplett genommen hatten.

Allerdings wirkt sich Urlaubsverzicht tendenziell negativ aus: "Wer seinen Urlaub nicht voll ausgeschöpft hat, war im Folgejahr unzufriedener mit seiner Gesundheit und in seiner Freizeit", analysiert Schnitzlein.

Die Studie zeigt auch: Die Menge der Resturlaubstage hängt von der Dauer der Betribeszugehörigkeit ab und von der Betriebsgröße. "Je größer der Betrieb, desto eher wird der Urlaub ausgeschöpft", beobachtet der Arbeitsmarktforscher.

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