20.04.2009 - Anhaltende Durststrecke

handelsjournal (nori). Die weltweite Rezession ist auch in der Eurozone deutlich spürbar und wird noch bis ins kommende Jahr hinein anhalten. Das meint das Beratungsunternehmen Deloite aufgrund des aktuellen Global Economic Outlook.

Zwar sorge das Konsumverhalten in Deutschland aufgrund des noch einigermaßen stabilen Arbeitsmarktes dafür, dass das Land nicht zu den am stärksten betroffenen Opfern gehöre. Insbesondere die Kurzarbeitsregelungen hätten bislang einen dramatischen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt verhindert. EU-weit sei damit zu rechnen, dass mehrere Mitgliedsstaaten die Defizitgrenze überschreiten und die Staatsdefizite über 3 Prozent der Bruttoinlandsprodukte ansteigen werden. Auch Deutschland werde im Jahr 2010 sicherlich zu den Defizitsündern gehören.
Das Risiko einer lang anhaltenden Krise schätzt Elisabeth Denson, Leiterin der deutschen Research-Abteilung bei Deloitte, als hoch ein. Das Deflationsrisiko bleibe hoch. "Dennoch erkennen Optimisten bereits einen Silberstreif am Horizont", meint die Analystin. "Die weltweiten Frachtsätze haben sich stabilisiert, die Risikoaufschläge sinken und es fließen verstärkt Regierungsmittel in die Systeme."
Weltweit besonders stark betroffen seien die EU-Randzonen, vor allem das Baltikum und Ungarn wegen nachlassender Auslandsinvestitionen und Währungsproblemen. Der Konjunktureinbruch in China habe besonders die sogenannten Tigerstaaten mitgerissen. Auch in Indien und Russland sei die Lage wegen Einbrüchen in der Industrieproduktion als kritisch zu bewerten.

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